Wasserwechsel im Aufzuchtbecken

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Wasserwechsel im Aufzuchtbecken

Beitragvon Wabi » 04.12.2018 16:07

Hallo Zusammen,

ich habe mal eine generelle Frage an unsere (Hobby-)Züchter.
Meine Diskus haben schon sehr oft gelaicht und auch die Larven beschützt bis sie mit dem Freischwimmen begonnen. Meistens war am nächsten Morgen dann aber alles weg. Das ist aber nicht das Thema...
Ich hatte nämlich endlich mal das Glück, dass ich jetzt im Aquarium hinter mir knapp 200 kleine Diskus habe, die gut 5 Wochen alt und zwischen 2,5 und 3,5 cm groß sind.
Bis letzte Woche hatte ich die kleinen in einem 30L Becken (kleines Becken um eine hohe Futterdichte zu haben) mit Luftheber-Filter. Gefüttert habe ich die ersten 3 Wochen nur mit Artemia, dann zusätzlich mit Flockenfutter.
Ab Woche 4 durften Sie auch mal ans Rinderherz, was sie auch mit Abstand am gierigsten fressen.
Als Sie mir dann doch zu groß wurden, habe ich sie vor 4 Tagen in ein 180L Becken, welches in der Hälfte mit blauem Filterschwamm geteilt ist und somit einem großem HMF entspricht, überführt.
Gefüttert wird alle 2-3 Stunden zwischen 8 und 24 Uhr mit Flocken, 2 unterschiedlichen Granulaten, Artemia (TK), Rinderherz von Stendker und SV2000 Junior.
Im 30L Becken habe ich ganz automatisch durch Kot und Futterreste absaugen täglich etwa 2/3 Wasser gewechselt.
Im großen Becken hatte ich aber jetzt schon nach 2 Tagen einen Nitratwert von knapp 100 und Nitrit von 3!!! Habe dann schnell 75% Wasser gewechselt und am nächsten Morgen gleich nochmal 80%, da der Wert schon fast wieder genauso hoch war.

Und jetzt zur eigentlichen Frage: Wie oft wechselt ihr in diesem Stadium das Wasser oder füttere ich einfach auch zu viel?

LG
Björn
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Re: Wasserwechsel im Aufzuchtbecken

Beitragvon Fred59 » 04.12.2018 17:02

Hallo Björn,

ich hab auch mal welche großgezogen und hab den WW am Nitratwert festgemacht, - hab den Wert nicht über 20 kommen lassen. Zu viel Futter, das muss man sehen. Bei 8 Fütterungen in der richtigen Menge, sollte danach (fast) nichts übrig bleiben. Wenn du natürlich solch hohe Nitratwerte hast, dann bist du ja gezwungen, sehr viele WW zu machen.
Nitrit hatte ich nicht, da ich einen eingefahrenen Filter verwendet habe.

LG,
Fred

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Re: Wasserwechsel im Aufzuchtbecken

Beitragvon WasseraufbereiterAC » 05.12.2018 06:17

Hallo Björn,

mit Nitrit von 3mg/l wird das nix. Solange dein Filter nicht funktioniert, nach jeder Fütterung 100% Wasserwechel. Nitritvergiftung ergibt irreparabel Schäden bei der Sauerstoffversorgung. Aufsalzen um die Vergiftung zu mildern. 2-3g pro 100l reicht. Fische könnten größer sein, evtl gleich mal ordentlich selektieren, sonst wird das nix.

LG
Christian
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Re: Wasserwechsel im Aufzuchtbecken

Beitragvon Ioan C. » 05.12.2018 09:59

Hi ist der Luftheber jetzt im 180 L Becken? Da sind Bakterien drin, welche den größeren impfen könnten.
Den Schwamm nicht auswaschen, zumindest bis die Bakterien sich darin ausreichend vermehrt haben und kein Nitrit mehr zu messen sein wird.
Große Filter verzehren viel Sauerstoff, maist gleich nach dem Füttern, also gleichzeitig mit den Fischen, große Vorsicht!
Gruß, Ioan
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Re: Wasserwechsel im Aufzuchtbecken

Beitragvon Wabi » 05.12.2018 12:11

Hier mal ein Foto des Aufzuchtbeckens
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: Wasserwechsel im Aufzuchtbecken

Beitragvon Wabi » 05.12.2018 12:16

Hallo Zusammen,

danke für Eure Antworten.
In dem 180L Becken sind nur der blaue Filterschwamm, ein Sera bioactive IF 400 + UV und ein Luftausströmer.
Ich dachte, dass bei so häufigen Wasserwechseln ein eingelaufener Filter nicht nötig ist. Ich wechsele jetzt 2x täglich etwa 50% Wasser, aber die Werte sind immer noch erhöht. Nitrat knapp 50 und Nitrit 1-2.
Bevor die Frage jetzt kommt, in unserem Leitungswasser ist beides nicht nachweisbar.
Gefüttert wird übrigens wie von Fred geschrieben nicht mehr als sie innerhalb kürzester Zeit fressen. Meistens kommt nicht mal etwas am Boden an :-)
Den Luftheber brauche ich leider nicht mehr reinhängen. Der wurde schon gereinigt und liegt seit 5 Tagen trocken.

Viele Grüße
Björn
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Re: Wasserwechsel im Aufzuchtbecken

Beitragvon Wabi » 05.12.2018 12:28

@ Christian: Ich habe jetzt mal 4g Salz ins Becken gemacht und hoffe es lindert die Probleme etwas. Werde die Wasserwechsel Intervalle jetzt noch ein wenig erhöhen und jedes Mal Salz nachdosieren. Wenn das Problem im Griff ist, würde ich Sie wieder vom Salz entwöhnen oder gibst Du grundsätzlich etwas Salz ins Wasser?
Aber was meinst Du mit selektieren?
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Re: Wasserwechsel im Aufzuchtbecken

Beitragvon Fred59 » 05.12.2018 12:54

Wabi hat geschrieben:@ Christian: Ich habe jetzt mal 4g Salz ins Becken gemacht und hoffe es lindert die Probleme etwas.


Hallo Björn,

Salz - was für Salz?
Aufsalzen bedeutet mit Mineralsalzen aufsalzen, - kein Salz, welches du an die Suppe machst.

Zum Beispiel:
https://www.aquaristikshop.com/aquarist ... en/337050/

LG,
Fred
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Re: Wasserwechsel im Aufzuchtbecken

Beitragvon Wabi » 05.12.2018 14:48

Hallo Fred,

Oh, dachte er hätte Kochsalz gemeint. Ist ja jetzt nicht so ungewöhnlich für manches Problem in der Aquaristik Kochsalz einzusetzen...
Ich hab von Diskusgold flüssige Mineralien da, welche ich ohnehin den Kleinen nach WW gönne.
Naja, das Kochsalz verdünnt sich in einer Stunde beim nächsten WW ohnehin wieder.

LG
Björn
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Re: Wasserwechsel im Aufzuchtbecken

Beitragvon Fred59 » 05.12.2018 15:22

Wabi hat geschrieben:Hallo Fred,

Oh, dachte er hätte Kochsalz gemeint. Ist ja jetzt nicht so ungewöhnlich für manches Problem in der Aquaristik Kochsalz einzusetzen...
Ich hab von Diskusgold flüssige Mineralien da, welche ich ohnehin den Kleinen nach WW gönne.
Naja, das Kochsalz verdünnt sich in einer Stunde beim nächsten WW ohnehin wieder.

LG
Björn
Hallo Björn,

ja, man nimmt es wohl (kurzzeitig!!! ) bei Krankheiten, aber nicht zum aufsalzen.

LG,
Fred

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Re: Wasserwechsel im Aufzuchtbecken

Beitragvon Ioan C. » 05.12.2018 18:28

Hi, um Nitrit zu bekämpfen nimmt man tatsächlich Kochsalz.
Im harten Wasser vergiftet Nitrit die Fische auch, also nützt aufhärten nix,000.
Es ist auch nicht zum Aufsalzen gemeint, sondern um im Blut eine sperre ein zu richten die dem Nitrit kein Zugang gewährt, aber vor Sauerstoff weicht.
So kann das Blut mit Sauerstoff angereichert werden auch wenn das Wasser mit Nitrit belastet ist.
Nitritvergiftung gehe zu: Giftigkeit[
Gruß, Ioan
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Re: Wasserwechsel im Aufzuchtbecken

Beitragvon WasseraufbereiterAC » 05.12.2018 22:45

Ioan,
richtig gut erklärt!
Gruß Christian
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Re: Wasserwechsel im Aufzuchtbecken

Beitragvon Wabi » 05.12.2018 23:37

Hallo,

Vielen Dank für eure Hilfe. Man lernt wirklich nie aus...
Also gleich nochmal in den Keller und nochmal einen Teelöffel kochsalz ins Wasser.
Morgen werde ich dann wieder 4mal 50% Wasser wechseln. Hoffe die Messwerte sehen dann morgen Abend wieder besser aus.

Viele Grüße
Wabi
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Re: Wasserwechsel im Aufzuchtbecken

Beitragvon Fred59 » 05.12.2018 23:59

Wabi hat geschrieben:Hallo,

Vielen Dank für eure Hilfe. Man lernt wirklich nie aus...
Also gleich nochmal in den Keller und nochmal einen Teelöffel kochsalz ins Wasser.
Morgen werde ich dann wieder 4mal 50% Wasser wechseln. Hoffe die Messwerte sehen dann morgen Abend wieder besser aus.

Viele Grüße
Hallo Björn,

ich persönlich würde nur WW machen, bis der Nitritpeak vorbei ist und der Filter richtig arbeitet, - also auf natürliche Art und Weise. Das kann schon eine Weile dauern und ob die Fische dir das lange Salzbad mal danken?
Ob die einen Knacks dadurch bekommen werden, das kann sich erst sehr viel später bemerkbar machen.

LG,
Fred

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Re: Wasserwechsel im Aufzuchtbecken

Beitragvon Ioan C. » 06.12.2018 10:43

Hi, das sind 5g auf 100 L, 5g auf 100 000g also 1g in 10 Teile geteilt, und von einem solchen Teil die hälfte, 0,05g in 1000g!
Ob das noch den Wert von einem Salzbad hat erscheint mir sehr fraglich, abgesehen davon dass später erscheinende Unwohlsein Zeichen von empfohlenen Konzentrierteren Salzbad Behandlungen mir bislang nicht bekannt sind.
Es passiert so vieles im Leben eines Diskus, dass man nur sehr ungenau zurückverfolgen kann worauf ein sehr später bemerkter "Knaks" zurück zu führen ist.
Problematisch ist auch die Haltung von Lebewesen in Aquarien deren Wasser nicht von eingefahrenen Filter gereinigt wird, weil sich dort Schadstoffe bilden die jeglichen Tieren schaden.
Die beste Alternative scheint das Wasserwechseln zu sein.
Da sich aber die Nützliche Bakterien zu erst im Wasser bilden, weil sie dort ihre Nahrung finden, und sich nur danach auf Oberflächen ansiedeln und weiter vermehren, werden sie praktisch durch Wasserwechsel wieder Zahlenmäßig stark reduziert, was wiederum eine viel längere Einfahrzeit zur Folge hat.
Das ist der Grund für den man erst den Filter einfährt und nur danach das Wasser den Lebewesen zutraut.
Macht leider kaum jemand, aus Unwissenheit, aus Ungeduld, etc...etc...
Ich habe schon zu oft die Empfehlung gelesen dass man während der Einfahrzeit irgendwelche wertlose Tiere benutzen soll, um ihre Ausscheidungen als Bakteriennahrung zu verwenden, die würde man ja nicht vermissen wenn sie dadurch drauf gehen.
Auch eine tolle Einstellung, nicht wahr?!
Gruß, Ioan
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