Biofilter

Moderator: Moderatorenteam

Biofilter

Beitragvon TobiasPr » 30.08.2018 13:36

Servus alle,
ich bin Tobi, 30 Jahre, neu im Forum und beschäftige mich gerade mit der Diskus Haltung.
Ich bin gerade dabei mich in alles möglich zum Thema einzulesen.
Angeregt durch einen anderen Thread, kommen mir die Fragen für mich passend vor.



Cherokee
1. Was ist ein Aquarium-Biofilter?
2. Welche Aufgabe hat er?
3. Wie funktioniert er?
4. Wie bewahrt man seine optimale Funktion?
5. Was darf nicht damit geschehen?
6. Kann ein Biofilter zu groß sein?
TobiasPr
Neues Forenmitglied
Neues Forenmitglied
 
Beiträge: 2
Alter: 30
Registriert: 28.08.2018 17:09
Wohnort: 84524 Neuötting

Share On

Re: Biofilter

Beitragvon Ioan C. » 30.08.2018 20:05

Servus Tobi, :willk
1. Was ist ein Aquarium-Biofilter?
Ein Substrat auf dem sich Bakterien ansiedeln, welche stark fischgiftige Stoffe, Ammoniak und Nitrit, in weniger fischgiftige Stoffe, Nitrat, umwandelt.
2. Welche Aufgabe hat er?
Er verzögert die Wasserwechsel Intervale bis die Nitratkonzentration eine, für die Tiere, gerade noch akzeptable Höhe ereicht.
3. Wie funktioniert er?
Das Aquariumwasser wird durch das Substrat bewegt, wo die Bakterien die Umwandlung vollziehen.
4. Wie bewahrt man seine optimale Funktion?
Die Wasserbewegung, die Sauerstoffversorgung und, bei Helligkeit, die Ammoniak/Nitrit Versorgung sollten mögflichst gleichmässig gewehrleistet sein.
5. Was darf nicht damit geschehen?
Feststoffe die in das Substrat gelangen verstopfen es.
Die reinigung des Substrats entfernt ein Großteil der Bakterien und schwächt drastisch die Effizienz des Filters.
6. Kann ein Biofilter zu groß sein?
Die Bakterien verbrauchen Sauerstoff und produzieren CO2.
In mit Tiere überbesetzte und stark bepflanzte Aquarien, welche bei Dunkelheit auch Sauerstoff verbrauchen und CO2 produzieren herscht, nach mehreren Stunden Dunkelheit, Sauerstoffmangel, welcher trotz mässiger Beluftung zum Tod der Tiere und Bakterien führen kann.
Gruß, Ioan
Youtube
Benutzeravatar
Ioan C.
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 776
Alter: 64
Bilder: 61
Registriert: 24.03.2010 16:55
Wohnort: 25826 Sankt Peter-Ording

Re: Biofilter

Beitragvon TobiasPr » 31.08.2018 12:38

Danke Ioan,

Wäre es auch möglich meinen Innenfilter in meinem Aquarium als Biofilter auszustatten?
Ich betreibe zur Zeit ein Juwel Rio 350, mit Roten Neons, Beilbäuchen und Panzerwelsen als Besatz.
Im Moment filtere ich über meinen Innenfilter der Standardmäßig verklebt ist und einen JBL CristalProfi e1502 greenline Außenfilter.
Mein Gedanke war jetzt, die bisherigen Filtermatten aus dem Innenfilter rauszunehmen und ihn mit Tonröhrchen zu füllen.
Ich wollte dann auch eine kleinere Pumpe einsetzen, um den Durchfluss im Filter zu verringern.
(Dachte da an eine 300l Pumpe, das wäre der Inhalt 1x in der Stunde)
Ich würde einfach gern im kleinen Testen was ich später dann im großen mit Diskus im Einsatz hätte.

Grüße Tobi
TobiasPr
Neues Forenmitglied
Neues Forenmitglied
 
Beiträge: 2
Alter: 30
Registriert: 28.08.2018 17:09
Wohnort: 84524 Neuötting

Re: Biofilter

Beitragvon Fred59 » 31.08.2018 17:56

Hallo Tobi,

ja klar kannst du das tauschen, - Hauptsache es können sich genug Bakterien ansiedeln.
So weit ich mich erinnere, saugt der Filter aber das Wasser von oben an, - musst also auf die Reihenfolge der Materialien achten (mit grob anfangen)
In dem Zusammenhang und deinen Fragen, empfehle ich dir mal zwei Bücher von Hanns-J. Krause:
Aquarientechnik und Handbuch Aquarienwasser, - sollte man besitzen und bekommt man schon sehr preiswert.

LG,
Fred
Fred59
Forenmitglied
Forenmitglied
 
Beiträge: 71
Alter: 58
Registriert: 21.10.2017 05:59
Wohnort: 72393 Burladingen

Re: Biofilter

Beitragvon Ioan C. » 31.08.2018 19:08

Moin,
Tonrörchen?! Sie sind mitunter das Material welches den Bakterien den geringsten Platz/Oberfläche bieten.
Das heißt sie nehmen ein vielfaches an Raum von dem der die aktuell moderne poröse Bakteriensubstrate bieten!
Fred59 hat geschrieben:Hallo Tobi,
So weit ich mich erinnere, saugt der Filter aber das Wasser von oben an, - musst also auf die Reihenfolge der Materialien achten (mit grob anfangen)
Warum sollen unterschiedlich grobe Materialien in einem Substrat in dem keine Feststoffe gelangen?
Wenn Feststoffe ins Subtrat gelangen, was sollen sie dort?
Sie zersetzen sich dort genau so wie im freien Wasser, nur wenn sie im Substrat sind verstopfen sie diesen und zwingen zur Reinigung, welche wiederum Bakterien aus dem Substrat wegschwemmt, und die Effizienz des Biofilters drastisch schwächen.
Es ist viel einfacher einen Vorfilter/Schwamm zu reinigen, als einen Behälter zu offnen, das verstopfte Substrat von Schmutz/Mulm zu trennen, es wieder in dem Behälter zu tun und einen fast nicht eingefahrenen Biofilter zu betreiben, bis sich Bakterienpopulation erholt.
Als Vorfilter kann ein schwamm dienen, der auf das Ende des Saugschlauchs gestulpt und alle 4 Wochen gereinigt wird, wahrscheinlich sogar viel seltener.
Wenn das Substrat nur aus mittelgrobes Material besteht, kein Schwamm, keine Watte, muss der Behälter nur noch geöffnet werden um abgenutzte Teile zu ersetzen, zB alle 5-10 Jahre.
Gruß, Ioan
Youtube
Benutzeravatar
Ioan C.
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 776
Alter: 64
Bilder: 61
Registriert: 24.03.2010 16:55
Wohnort: 25826 Sankt Peter-Ording

Re: Biofilter

Beitragvon Carlos » 11.09.2018 11:51

hallo ioan
sei mir nicht böse, aber mit den tonröhrchen biste schief gewickelt , die haben eine riesige filter-oberfläche
noch besser , oder ergänzend wäre lava gestein, in kleinen bröckchen, , auch ne riesige oberfläche
beste grüße karl
Carlos
Forenmitglied
Forenmitglied
 
Beiträge: 40
Alter: 68
Registriert: 18.11.2005 22:13
Wohnort: 94577 winzer

Re: Biofilter

Beitragvon Manni » 11.09.2018 12:26

Tonröchen haben keine Mikrokanäle zur Ansiedlung der Nitrobacter. Auf Tonröchen bildet sich auf der Ober-und Innenflächefläche ein Biofilm zur Umbau von Ammonium zu Nitrit und Nitrat. Nur Filterglas, also geschäumtes Glas - es gibt verschiedener Anbieter, hat Mikrokanälchen, in denen sich Nitrobacter zur aeroben und sogar anoeroben Filterung (Nitratabbau) ansiedeln. Tonröhrchen kann man zur mechanischen Filterung wegen der Verwirbelung der Schmutzteilchen und deren Festhalten im Ring, Filterglas zur biologischen Filterung verwenden. Es gibt noch viele andere Filtermaterialien, die aber nicht so effektiv wie Filterglas, z.B. Siporx, sind. Und viel mehr Materialeinsatz verlangen, wie z.B. Lavagestein. MfG Manfred
Manni
Forenmitglied
Forenmitglied
 
Beiträge: 594
Alter: 76
Registriert: 12.01.2014 23:11
Wohnort: 03051 Cottbus

Re: Biofilter

Beitragvon Ioan C. » 14.09.2018 07:28

Carlos hat geschrieben:hallo ioan
sei mir nicht böse, aber mit den tonröhrchen biste schief gewickelt , die haben eine riesige filter-oberfläche
noch besser , oder ergänzend wäre lava gestein, in kleinen bröckchen, , auch ne riesige oberfläche
beste grüße karl
Hallo Karl, dir böse sein? ;) weil du mir was beibringen möchtest? :denk
Nein, keinesfalls, das währe doch ein Gewinn für mich.
Hast vieleicht die Tonrörchen mit den Siporaxrörchen verwechselt?
Mitlerweile sind Siporax und die anderen Glassbakteriensubstrate auch etwas in Verruf geraten, weil man sie verdächtigt Silikat ans Wassrer zu geben.
Mit Lavakies arbeite ich seit 20 Jahre, und weis dass es, wenn die Größe der Steinchen unter 8 mm ist, jeden Filter in wenigen Wochen verstopfen.
Das fliesende Wasser kann die Schwebepartikeln aus den zu kleinen Zwischenraumen nicht mehr leerspülen.
Lavastein ist auch so schwer, dass es den Schwamm unter sich so stark zusammen drückt dass kein Wasser mehr durchdringt.
In den Filtern habe ich schon seit vielen Jahren nur noch Kies welches größer als 8 mm ist, ohne jegliches Zusatzmaterial.
Kein Schwamm, keine Filterwatte und auch nichts sonstiges. Ich verwende aber auch noch Siporax und änliches Glasmaterial in einigen Filtern.
Übrigens, Lavagestein hat eine große Oberfläche nur Dank seiner Unregelmäßigkeit. Di innere Poren sind für Bakterien nicht zugänglich, weil diese Poren keine Kanäle sondern Blasen sind, und nicht untereinander verbunden, weder mit der Oberfläche, noch im Inneren der Steine.
Mir ist schon bewusst dass viele kleine Steine eine größere Oberfläche aufweisen als ein einziger Stein vom gleichen Gewicht, aber, wie schon erwähnt, kleine Steine bilden zu kleine Zwischenräume, die sich zu schnell verstopfen.
8 bis 16 mm ist, für mich, die optimale Lavakiesgröße.
Innenfilter sollten beim Wasserwechsel ihre Bakterien auch dan noch mit Sauerstoff versorgen, wenn das umgebende Wasser längere Zeit die Obekante des Filters unterschreitet.
Wenn das belüftete Wasser zurück in den Filter läuft, für die Bakterien, ist das Filterumgebende Aquariumwasser zusätzlich für die Tiere zu belüften!
Bei Filtern deren Oberkante bis knapp unter die Wasseroberfläche reicht, spielt auch die Wasserverdünstung eine wichtige Rolle. (Urlaub?!)
Bei Nr. 1 ist es so, bei Nr. 2 nicht.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Gruß, Ioan
Youtube
Benutzeravatar
Ioan C.
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 776
Alter: 64
Bilder: 61
Registriert: 24.03.2010 16:55
Wohnort: 25826 Sankt Peter-Ording


Zurück zu Technik

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast