Regenwasser

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Regenwasser

Beitragvon Bauernkind » 30.04.2020 21:20

Huhu.
Ich hab heute aus Spaß regenwasser gemessen
GH 6
Kh3
Ph 6.5
ABER N03 25
NO2 5
letzten beiden sind arg mies, aber wie kann weiches Wasser so "giftig" sein? Das ist dann ja ein absolutes no go um mal 20 Liter ins Aquarium zu Gießen, oder?
Wir haben eine pv aufm Dach, is die Schuld??
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Re: Regenwasser

Beitragvon Clown » 30.04.2020 22:42

Hallo Alex
Da sind nicht nur die beiden letzten Werte mies, da ist alles mies. Denn bei Regenwasser mit diesen Werten stimmt so vieles nicht, dass der Verdacht auf weitere Giftstoffe sehr nahe liegt. Kurz gesagt, das ist absolut unbrauchbar für Aquarien.
Gruss, Max
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Re: Regenwasser

Beitragvon derDennis » 30.04.2020 23:46

Hallo Bauernkind... :denk
hier im Forum ist es üblich, dass man sich mit normalem Namen anspricht. Daher fängt man am Besten mit "Hallo plus echter Name" an und endet dann auch mit nem "Gruß plus eigenem Namen".
Bin zwar schon ewig kein Moderator mehr hier, aber fänd es trotzdem schön, wenn du dich auch dran halten könntest. Das macht das ganze angenehmer und etwas weniger unpersönlich! :thumbright:

Nun zum Thema: wie hast du das aufgefangen und gemessen?
Ich war zu Schulzeiten in Chemie nie wirklich ne Leuchte, aber frage mich schon, wie so viel GH und KH in Regenwasser kommen soll. Das ist doch in der Basis kondensiertes Wasser. Natürlich nimmt das je nach Luftverschmutzung Stoffe in der Luft auf, aber so viel Mineralien, dass die Werte so hoch sein sollen?
Gruß aus der Eifel!
derDennis
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Re: Regenwasser

Beitragvon Bauernkind » 01.05.2020 09:29

Guten Morgen derDennis. Es tut mir leid im Internet unter dem Deckmantel der Anonymität bleiben zu wollen
Ich möchte nicht unpersönlich wirken und mein Verhalten anpassen!!
Das regenwasser fällt vom Himmel auf unser Dach (Photovoltaik südseite) und durch die zinkrinnen in eine regenwasser Tonne.
Die erste ladung kippe ich weg aus Angst zuviel Dreck vom Dach darin zu haben.
Anschließend läuft das Wasser durch den Schlauch in ein aktivkohle Behälter (Eigenbau) und dann in einen Eimer.
Zum Schluss habe ich mit einem teststreifendie Werte ermittelt (weil ich für tropfentest zu dämlich bin)

Unser Nachbar nimmt das regenwasser für seine kleinen komischen Fische. Ich wollte mal sehen ob ich das auch kann.
Warum sind alle Werte Mist? Weil es regenwasser ist?
Mit freundlichen Grüßen aus minden - Lübbecke
Alexandra
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Re: Regenwasser

Beitragvon Kimmi » 01.05.2020 09:43

Guten Morgen Alexandra,

Tröfchentests sind Idiotensicher, einfach an die BD halten. Diese Streifentests kannst du getrost vergessen, damit bekommst du keine aussagekräftigen Ergegebnisse.

VG
Christoph
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Erfahrung nennt man die Summe aller unserer Irrtümer
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Re: Regenwasser

Beitragvon pannex3 » 01.05.2020 14:53

Moin Moin Alexandra

Ich hatte auch mal eine Zeit lang Regenwasser genutzt.
Das Regenwasser lief aber nicht über Zinkrinnen ondern über PVC Leitungen in das Fass.
Dann hatte ich für 2 Stunden mit einem Ozonisator das Wasser entkeimt.Danach wurde es gut Belüftet.
Mit einem Tauchsieder wurde es auf Temperatur gebracht und dann über einem Filter mit Watte gefiltert und danach ins Becken.
Diese Methode hat wunderbar funktioniert war mir aber im Endeffekt zu Auswendig so das ich jetzt nur noch mit Osmose arbeite.

Gruß Dirk
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Re: Regenwasser

Beitragvon Kai_M » 01.05.2020 15:09

Hallo Alex,

Zink ist extrem giftig für unsere Wasserbewohner. Bitte, bitte verwende dieses Wasser nicht.

Wenn du dich von der Giftigkeit selber überzeugen möchtest, dann hole dir eine Portion lebende Wasseflöhe und setze sie in dein "Regenwasser".
Sollten sie nach einem Tag noch munter im Wasser rumrudern dann nehme ich alles zurück.

Sind sie aber nach kurzer Zeit abgestorben, kannst du dich freuen dieses Wasser nicht verwendet zu haben. Du hättest deine Diskus sonst gehimmelt.

Ich habe mal Regenwasser aus einer Zinkwanne für meine Garnelen verwendet. Alle sind gestorben.

LG Kai
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Re: Regenwasser

Beitragvon Bauernkind » 01.05.2020 19:35

Ja. Kupfer ist mir bekannt, dann ist es mit zink ja nur ebenfalls logisch.

Mfg alexandra aus minden - Lübbecke nähe der Niedersachsen Grenze
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Re: Regenwasser

Beitragvon Peter L. » 01.05.2020 21:27

Hallo Alexandra,

Welche Dachziegel habt ihr auf dem Dach ? Frankfurter Pfannen, die aus Beton bestehen? Ihre normale Lebensdauer beträgt etwa 30 Jahre, dann müssen sie ersetzt werden. Durch sauren Regen werden sie allmählich aufgelöst und erhöhen die LF des Regenwassers. Tonziegel und bitumengedeckte Dächer werden das nicht. Bitumen gibt dafür Phenole ab. Tonziegel sind zwar stabil gegen sauren Regen, finden sich aber kaum auf Neubauten. Ich vermute, dass auch bei Nordwind das Regenwasser härter ist !?, die Nordsee ist nicht so weit weg von Euch ! ;)


Gruss Peter
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Re: Regenwasser

Beitragvon Bauernkind » 02.05.2020 09:35

Moin Peter.
Wir haben Frankfurter auf dem Dach. 11 jahre jung.
Die Nordsee ist schon noch ca 2.5 Std entfernt.
Aber gut, kein Regenwasser von unserem Haus nehmen, alles klar. Danke für die Infos von euch.

Es grüßt alexandra
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Re: Regenwasser

Beitragvon Ioan C. » 02.05.2020 12:18

Hi,
Bauernkind hat geschrieben:Die Nordsee ist schon noch ca 2.5 Std entfernt.
Bei welcher Geschwindigkeit? ;-)
Eig. vermute ich dass von den Metallen die üblich mit unserem Trink u. Regenwasser in Kontakt kommen, nur Eisen unbedenklich ist.
Kupfer und Blei sind noch weit verbreitet als Versorgungsleitungen für Wohnungen, wobei man sich mit der Vermutung beruhigt dass sich in Kupferleitungen eine Kalkschicht bildet, welche den kontakt des Kupfers mit dem Wasser reduziert.
Wie viel Zink u. Blei sich in wie viel Zeit von den Regenrinnen im Regenwasser löst weis keiner von uns.
Es könnte also mehr oder weniger schädlich sein, je nach dem wie lang sie in kontakt standen. Wenn es die 10 m in 2-3 min. verlässt, wird es kaum was von dem Zink aufnehmen. :hund
Aber ich stelle mich nicht unter die kalte Dusche und warte bis diese Geschwindigkeit erreicht wird um das Wasser auf zu sammeln, und es nicht mehr tun wenn es langsamer fliest. :018:
Dafür ist mir das Leitungswasser zu billig und zu gut.
Was sich in dem Aufbewahrungsbehälter angesammelt hat, und wie das auf das Wasser u. die Fische wirkt, weis der Eigner auch selten bis gar nicht. Der Leitwert hat seine Quelle. :licht
Vogelkot kann Parasiten Eier verbreiten. Gut, das Wasser könnte man abkochen, die Paar Hundert Liter.
Das Zink kann in Filterkohle gesammelt werden, bis diese voll wird und danach in kurzer Zeit wieder alles von sich gibt.
Währe gut dies mit zu bekommen bevor es die Fische erreicht, nur,...wie? :denk
Man könnte das Regenwasser durch die Osmose Membran pumpen, ist nicht besonders teuer, denke ich, oder,...doch?
Dicht am Rande der Sahara währen es doch annehmbare Optionen! :D
Ich habe mir ganz besonders dafür 2 x 1000 Liter Behälter besorgt, und mal mein Glück herausgefordert, bis meine Fische mich schräg anvisiert haben und meinten:
"Also,... das lässt du mal schön bleiben, OK?!"
Gruß, Ioan
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Re: Regenwasser

Beitragvon Kai_M » 02.05.2020 13:00

Hallo Ioan,

Du bist doch auch schon länger Diskushalter. Da kennst du doch sicher noch die ganzen Diskussionen, die vor zig Jahren geführt wurden. Da wurden Kupferleitungen verteufelt. Auch wenn dann nur ein paar Millimeter vom Wasshahn aus Kupfer waren. Genau so wie Messing und Chrom auch.

Ich wohnte mal in Neubau. Alle Wasserleitungen aus Rostfreiem Stahl. Hab die Leitungen im Rohbau selbst gesehen. Trotzdem 0,03 mg Kupfer pro Liter Wasser kaltem Wasser. (Nach Ablaufen lassen) Hab es photometrisch messen lassen. Das kann also nur über die Armaturen abgegeben worden sei.

Danach kam dann ein Kohleblockfilter ins Haus. Seit dem fließt auch nicht ein Milliliter ungefiltertes Leitungswasser in meine Becken.

LG Kai
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Re: Regenwasser

Beitragvon Peter L. » 02.05.2020 20:51

Hallo Alexandra,

Nehmen wir erstmal die lokalen Faktoren. Da ist eine Rinne aus Zink oder Kupfer: Zn ist nicht nachweisbar, Cu ja. Wenn Cu = 0,05 mg/l oder mehr ist: Nicht zu gebrauchen!
Bei Zn: Nicht gebrauchen.
Frankfurter (Beton-) Pfannen: Sie neutralisieren und härten auf 1°dH auf: Kein Problem!
Bitumendach erzeugt eine nicht filtrierbare Schwarzfärbung: Kein Problem. Das meiste ist feiner Ruß!
Im Luv ist Industrie mit starken Emissionen: Vorsicht! Erst 30 min. ablaufen lassen! Das gilt eigentlich allgemein.
Globale Faktoren : pH ist niedrig wegen HNO3, H2SO4, HCl. Kein Problem!
Ammoniumchlorid mit mehreren mg NH4/l. Ist meßbar. Kann nur bei hohem pH im Aquarium zum Problem werden.

Alles in allem: Seit der totalen Entstaubung, Entschweflung und Entstickung der E-Werke und Industrie sowie der Modernisierung der Müllverbrennungen (siehe TA Luft/ Bundes-Immisionsschutzgesetz) kann man Regenwasser bei Beachtung obiger Faktoren aquaristisch nutzen.

Gruss Peter
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Re: Regenwasser

Beitragvon Clown » 02.05.2020 22:34

Peter, aber nicht bei den Werten die Alex anfangs dieses Threads geschrieben hat. Keine Ahnung woher diese KH, etc. kommt, aber sicher nicht vom Himmel.
Gruss, Max
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Re: Regenwasser

Beitragvon Peter L. » 02.05.2020 22:39

Hallo Max,

ich denke von den Dachziegeln (Beton) und eventuell nicht korrekt, da mit mit diesen Messstreifen gemessen!? Und eventuell die erste halbe Stunde das Regenwasser nicht verworfen !?

Sind noch Fragen offen ...

Bei diesen Messwerten passt ja nichts zu Regenwasser =>

GH 6
Kh3
Ph 6.5
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NO2 5

Daher denke ich die Messgenauigkeit der Messstreifen sind vordergründig das Problem oder die Wasserauffangtonne organisch belastet oder .. ?

Gruss Peter
Zuletzt geändert von Peter L. am 02.05.2020 23:04, insgesamt 1-mal geändert.
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