Neustart und Frage(n)

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Neustart und Frage(n)

Beitragvon Shiva144 » 05.05.2020 14:58

Hallo zusammen:)

Ich habe bisher einen Versuch in der Diskushaltung hinter mir, der ein paar Jahre zurückliegt und leider sehr unschön gelaufen ist (Tiere kamen schon krank zu mir und noch dazu habe ich Fehler gemacht, die ich heute nicht mehr machen würde). Momentan laufen bei mir deshalb zwei Becken (350l und 450l) ohne Diskus, aber ich kann mich einfach von dem Wunsch, es nochmal zu versuchen, nicht lösen weil es meiner Meinung nach keinen vergleichbaren Fisch in der Süßwasseraquaristik gibt. Gleichzeitig habe ich natürlich Angst davor, dass es wieder schiefgeht. Ich habe mir schon viele Gedanken gemacht und hätte sehr viele Fragen, will aber erstmal mit dem dringlichsten Thema anfangen: mein aktueller Besatz, den ich eigentlich ungern hergeben möchte:

450l:
2 Synodontis (evtl. nigrita oder Hybride)
2 L200 Hifin
8 Rotkopfsalmler
2 Gelbe Fadenfische (trichogaster trichopterus)
3 Corydoras adolfoi (werden wieder aufgestockt)
5 gemalte Schwielenwelse (hoplosternum thoracatum)
+ unzählige Rotscherengarnelen (macrobrachium paguense), die egal ob mit oder ohne Diskus definitiv weichen müssen da sie Fische zwicken und verletzte Fische anfressen. Leider ist es unglaublich schwer sie loszuwerden, sie vermehren sich rasend und werden von meinen Fischen wohl nicht sonderlich gern gefressen...

Im 350l:
14 Blaue Kongosalmler
7 Sternchenschmerlen (botia kubotai)
6-8 Dornaugen (schwer zu sagen, dicht bepflanzt)
3 Gabun Fächergarnelen und einige Amanos

Meine Frage ist jetzt vor allem erst einmal: müsste ich Tiere abgeben um Diskus im größeren Becken halten zu können? Besonders schwer einzuschätzen sind denke ich die beiden Synodontis, die ich von einem Bekannten übernommen habe (er hatte sie in einem 80l Becken O_O) und deren Art nicht eindeutig zuzuordnen ist. Sie sehen für mich aus wie nigrita, haben aber fast keine Punkte. Der eine hatte Punkte als er zu mir kam, ist aber seither gewachsen und hat sich im Laufe der Zeit fast komplett graubraun gefärbt, so wie sein Partner schon von Anfang an aussah. Ich hänge ein Paar Bilder an, die leider nicht aktuell sind (da hatte der Eine noch Punkte) da die Tiere den ganzen Tag in ihren Höhlen gammeln und kaum vor die Linse zu kriegen sind^^“ Die gemalten Schwielenwelse sind übrigens auch von meinem Bekannten und wurden ihm als angeblich artgleiche Partner zu den Synodontis verkauft... (bzw hatte er einen und ich habe als ich den übernommen habe dann noch 4 dazu gekauft, da ich gelesen habe dass sie Gruppenfische wie Corys sind).
Ich wäre sehr dankbar um Meinungen und Erfahrungsberichte, damit ich schauen kann was ich besatzmäßig ändern muss oder so lassen kann. Mir geht es dabei nicht nur um die Verträglichkeit mit einander, sondern auch um Erfahrungen was die Wassertemperatur angeht.

Schonmal vielen Dank im voraus :dank

LG Nora
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Shiva144
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Re: Neustart und Frage(n)

Beitragvon Sören » 06.05.2020 07:56

Hallo Nora,

Ich bin kein Zoofachhändler aber die Synodontis
sind ja Welse die meist aus Afrika stammen.
Soweit ich weiss, werden diese auch mit Malawi gehalten und das sind dann schon mal zweierlei Welten.
Also würde ich, ohne mich tiefer mit den Tieren beschäftigt zuhaben, von einer Kombination abraten, da Weich und Hartwasser Fische nicht zusammen gehalten werden sollten...
Daher denke ich das du ohne Abgaben nicht an Diskus herantreten solltest...
MfG
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Re: Neustart und Frage(n)

Beitragvon Hobby » 06.05.2020 11:04

Hallo Nora,

finde es gut, nachdem du bitteres Lehrgeld zahlen musstest,dich vorab Sachkundig zu machen.
Von deinen beiden Aquarien eignet sich von den Maßen nur das 450 Literbecken für die Diskushaltung.
Der darin befindliche Fischbesatz ist unbedingt auszudünnen.
Es sollten die Synodontis,Trichogaster trichopterus und Hoplosternum thoracatum umgesetzt oder abgeben werden.
Bei den L 200 Hifin beachte, dass selbige Pflanzenfresser sind und insbesondere einen Echinodorusbestand schnell schreddern können.

Die Macrobrachium paguense kannst du belassen, denn sie werden ein gutes Futter für die Diskus sein.

Aus dem derzeitigen Bestand verbleiben demnach Rotkopfsalmler( evtl aufstocken) und die aufzustockenden Corydoras adolfoi.

Wenn du hierzu eine Entscheidung getroffen hast beginnt der eigentlich mühsehlige Weg des Neubeginn.
Dein Becken muss leergeräumt und desinfiziert werden.
Der Kies erneuert, die Steine entsorgt, die Wurzel und alle technischen Gerätschaften( inclusive Filter) desinfiziert werden.
Pflanzen, so sie wieder verwendet werden, sind in einen Alaunbad zu desinfizieren und mindestens 2 Wochen in Quarantäne zu halten.
Dann wird das Becken mit dem neuen Kies(0,7-1,2mm oder geringer) aufgefüllt und gestaltet.
Eine gründliche Einfahrphase, bis die Wasserparameter stimmen, ist einzuhalten.

Da keine Angaben zu den Wasserwerten vorliegen ist folgende Orientierung wesentlich.
Die Karbonathärte (Kh) deines Aquarienwasser sollte 3-4 betragen.
Hast du diese Voraussetzung vom Wasseranbieter nicht, dann musst du unbedingt(!) dein Wasser mit Hilfe einer Wasseraufbereitung auf diese Werte bringen.
Die Hälterungstemperatur sollte zwischen 27-28°C liegen.

Ich würde dir dringend anraten keine Kompromisse einzugehen und konsequent alle Maßnahmen durchzuziehen.
Wichtig ist noch die Anschaffung eines Quarantänebecken um die neuen Tiere einzugewöhnen und zu testen.
Mit diesen Becken kannst du immer auf Probleme sofort reagieren.
Wenn du gewillt bist diesen Marathon auf dich zu nehmen, können wir uns weiter unterhalten.
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Re: Neustart und Frage(n)

Beitragvon Shiva144 » 06.05.2020 14:32

Hallo,

erstmal vielen Dank für die schnellen und informativen Antworten:)
Dass das mit den Synodontis nicht geht, hatte ich schon befürchtet:( Zwar wird bei den nigrita - wenn es denn welche sind - die dGH meistens mit 5-15 angegeben, aber ich weiß ja nichtmal sicher ob es nigrita sind. Ich habe sie zwar damals nur aus Mitleid übernommen, aber sie sind mir schon irgendwie ans Herz gewachsen. Ich weiß halt nicht, ob ich sie ins 350er (das ich eh neu einrichten wollte) umsetzen könnte weil ich nichtmal weiß, wie groß sie tatsächlich werden. In ihrer aktuellen Größe würde es auf jeden Fall passen und sie gammeln ja eh eigentlich immer nur in ihren Höhlen rum, aber manche Synodontis können ja riesig werden...

Bei den Hoplosternum hatte ich irgendwie die Hoffnung dass sie bleiben könnten, weil sie im RGD Dokument als mögliche Beifische erwähnt sind (wobei die dortige Beschreibung meinen Erfahrungen widerspricht - die Tiere lieben es bei mir in der Gruppe zu leben und verhalten sich eigentlich genau wie Corys, sind fast immer zusammen unterwegs). Aber ich werde natürlich darauf hören wenn mir hier geraten wird, das lieber nicht zu versuchen:(
Dass die L200 an Pflanzen gehen können ist mir bewusst, meine haben allerdings zum Glück wenig Interesse an meinen Pflanzen (Vallisnerien, Cryptocoryne, Echinodoren, Tigerlotus, Hygrophila Polysperma), von daher würde ich sie denke ich drin lassen. Sie waren allerdings damals schon bei meinen Diskus mit drin, ich weiß nicht ob das wegen eventueller Krankheiten bedenklich sein könnte?

Zu den Macrobrachium hätte ich eine Frage: essen Diskus die wirklich normaler Weise gerne, bzw. deutet das wenn sie das nicht tun schon auf Probleme hin? Ich hatte diese Garnelen schon damals bei meinem ersten Diskusbecken drin und die Diskus schienen sich nie für sie zu interessieren. Die Garnelen sind immer frech am Boden rumgewuselt als ob sie wüssten dass die Fische ihnen eh nichts tun. Wenn sie normal gern gefressen werden, lass ich sie natürlich drin, vielleicht lag es damals dann wirklich daran dass meine Diskus nicht gesund waren und an sich wär‘s ja gut wenn Lebendfutter drin wäre^^“

Generell kann ich schon damit leben, meinen Bestand zu reduzieren, auch wenn mir wie gesagt die Synodontis ans Herz gewachsen sind. Mein Problem ist nur, wohin mit den Tieren? Ich will sie auf keinen Fall in Aquaristik-Läden abgeben und dann ein schlechtes Gewissen haben müssen, weil sie evtl. in schlechter Haltung landen. Habt ihr irgendwelche Tipps, wo ich am besten inserieren könnte?

Zum Thema Wasserwerte: sorry dass ich die bei meinem ersten Post komplett übergangen habe, mir ist natürlich bewusst dass sie wichtig sind. Das Leitungswasser hier ist steinhart, deshalb habe ich damals für die Diskus eine Osmoseanlage betrieben. Allerdings war durch das sehr harte Wasser der Leistungsverlust innerhalb weniger Monate ziemlich groß und ich trage mich deshalb momentan mit dem Gedanken, eher die Awab Methode zu versuchen. Oder wäre eurer Meinung nach eine leistungsstärkere Osmoseanlage besser/sicherer? Ich habe schon ein bisschen Respekt vor den Chemikalien bei Awab, aber das Konzept scheint ja auch einige Vorteile zu haben.
Momentan verschneide ich mein Leitungswasser mit Quellwasser, aber das wäre für die Diskus keine Lösung, da die Quelle nicht gerade um die Ecke ist und ich ja für die Diskus jede Woche größere Mengen bräuchte. Abgesehen davon ist das mit der Quelle eh keine Dauerlösung, letzten Sommer lief sie 2 Monate wegen der Trockenheit gar nicht und ich musste doch wieder Osmose betreiben.
Wenn ich die Temperatur auf 27-28 Grad fahre würde das ja bedeuten kein Rinderherz, richtig? Das wäre mir eh recht, ich bin kein Freund davon und würde lieber sowas wie Benkers Garnelemix usw. füttern.

Quarantänebecken habe ich, ein 180l und zwei 60l (letztere natürlich für Diskus zu winzig^^“).
Was die Desinfektion angeht muss ich jetzt eine wahrscheinlich etwas dumme Frage stellen: wenn ich einige Fische behalte, bringt eine Desinfektion denn dann überhaupt etwas? Auf eine Neueinrichtung an sich bin ich aber eingestellt, ich habe das Becken zwar erst vor 1 Jahr umgestaltet (neuer Sand, neue Steine), aber da der aktuelle Sand schwarz ist und für Diskus heller Sand empfohlen wird, würde das alles eh erstmal rauskommen und stattdessen Sandmann Sand rein. Die Steine, die ich momentan habe, sind von der Beschaffenheit auch nicht tauglich, zu rau für Diskus. Wahrscheinlich würde ich, da die Diskus ja keine Steine brauchen, dann erstmal gar keine neuen Steine reingeben, dann kann darunter/dahinter auch schonmal nichts gammeln.

Und ja, dass man keine Kompromisse eingehen darf leuchtet mir ein. Ich wäre deshalb auf jeden Fall bereit die Ratschläge umzusetzen, habe nur wie gesagt was die Abgabe der Fische angeht die Sorge, wo ich sie hingeben kann/soll...
Was die Desinfektion angeht bräuchte ich dann auch auf jeden Fall Tips, da muss man ja sicher höllisch aufpassen welche Substanzen man verwenden darf^^“

LG Nora
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Re: Neustart und Frage(n)

Beitragvon Hobby » 06.05.2020 19:44

Hallo Nora,

bei diesen Wasserwerten ist eine Wasseraufbereitung unerlässlich.
Sollte dies nicht möglich sein, dann nehme bitte Abstand von der Diskushaltung, denn weiches, leicht saures Wasser ist die Grundvoraussetzung für eine Diskushaltung.
Ich gehe einmal davon aus, dass deine derzeitige Osmoseanlage eine geringe Leistung aufweist und du demzufolge einen Neukauf in Betracht ziehen musst.
Schau einmal hier nach, dort findest du Anlagen mit einen Verhältnis von 1:1 oder !:2.

https://www.osmose-shop.com/

AWAB ist ein System, welches beim laufenden Beckenbetrieb unterhalten wird, also etwas anderes.

Was die Desinfektion angeht muss ich jetzt eine wahrscheinlich etwas dumme Frage stellen: wenn ich einige Fische behalte, bringt eine Desinfektion denn dann überhaupt etwas?


Zuerst, es gibt keine "dummen Fragen" sondern, wer nicht Fragt ist dumm.

Die Fische, welche in das neuaufgesetzte Becken einziehen sollen, werden vorübergehend in deinen Quarantänebecken untergebracht, deren frisches Wasser auf die Werte des alten Wasser angeglichen werden. Beim wöchentlichen WW wird der Kh-Wert langsam auf den des Hauptbecken angeglichen. Die Fische verbleiben dort 2 Wochen oder länger. In dieser Zeit kann dein neues Hauptbecken einlaufen.
Wenn die Wasserwerte stimmen, erfolgt zuerst die Umsetzung der Corydoras (aufgestockte Gruppe), haben sich die Wasserparameter wieder positiv eingependelt folgen die Rotkopfsalmler.
Zum Prozedere bei dem Einsetzen von Diskus später.

Warum soviel Aufwand?
Deine Tiere kommen zum Teil aus einem sogenannten Fischtourismus, von unterschiedlichen Haltern und Becken. Sie haben demzufolge verschiedene Bakterienstämme mitgebracht und in deinen Becken hinterlassen ohne z.Z. Probleme zu verursachen.
Diese Gefahrenquelle musst du eliminieren durch Abgabe und längere Quarantäne aller verbleibenden Tiere.
Hinsichtlich der L 200 würde ich auch eine Abgabe anraten, diese bekommst du sehr schnell über Ebay an interessierte Welshalter.

Wenn du dein Hauptbecken ausräumst, dann kann du alle Alttiere und Weibchen der Macrobrachium paguense selektieren. Lasse einige junge Männchen übrig, die dann als Futterreserve dienen können.
Du brauchst deine Diskus nur ein paar Tage nicht füttern, dann wirst du zusehen können, wie sie in der Gruppe die Macrobrachium paguense zerlegen.

Wenn ich die Temperatur auf 27-28 Grad fahre würde das ja bedeuten kein Rinderherz, richtig?


Vollkommen richtig.
Deine Futterschwerpunkte liegen zukünftig auf Lebendfutter, hochwertigem TK-, und Trockenfutter.

Was die Desinfektion angeht bräuchte ich dann auch auf jeden Fall Tips, da muss man ja sicher höllisch aufpassen welche Substanzen man verwenden darf^^“


Auch richtig erkannt, aber über die Suchfunktion im Forum kannst du sehr aussagefähige Beiträge hierzu lesen, insbesondere zur Vorbereitung von Becken auf die Haltung von Parafreien Diskus.
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Re: Neustart und Frage(n)

Beitragvon Kai_M » 09.05.2020 08:45

Hi Nora,

Wie geht es voran bei dir? Was machen die Diskus?

LG Kai
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Re: Neustart und Frage(n)

Beitragvon Shiva144 » 11.05.2020 00:32

Hi,

Sorry dass ich erst jetzt wieder antworte, war gesundheitlich etwas angeschlagen. Habe mir aber die letzten Tage viele Gedanken gemacht und einiges gelesen^^“
Vielen Dank für die ausführliche Antwort, Jürgen:)
Ich hänge momentan immer noch an der Entscheidung ob AWAB oder Osmose. Fällt mir ziemlich schwer, da man zu beiden Methoden viele Erfahrungsberichte findet und irgendwie so ziemlich jede Art von Meinung dabei ist. Ich will auch keine voreiligen Entscheidungen treffen, lieber viel informieren und dann hoffentlich das Richtige tun. Deshalb werde ich da denke ich auch noch ein paar Tage Zeit investieren bevor ich mich entscheide.

Was den aktuellen Besatz angeht hadere ich noch mit der Entscheidung ob ich die Synodontis abgebe oder versuchen kann, sie im 350er zu halten wenn ich das entsprechend umstrukturiere damit da mehr Höhlen sind. Ist halt schwer weil ich nicht weiß wie groß sie werden können, ich will ja auch nicht dass sie Wachstumsstörungen kriegen wenn das Becken nicht groß genug ist (wobei der eine 9 Jahre im 80l Becken meines Bekannten war und glaube ich nicht mehr wachsen wird, er hat sich in den fast 2 Jahren die er bei mir ist nicht merklich verändert).

Ansonsten tendiere ich immer mehr dazu, was die Diskus angeht parafrei zu gehen um Risiken zu minimieren (es sei denn ihr ratet mir etwas anderes). Würde natürlich bedeuten, dass wirklich alle Tiere aus dem Becken müssen:( Der Plan wäre dann, nur Diskus und eine Cory Art (als Restevertilger), und ganz eventuell noch ein L-Wels. Eigentlich hätte ich auch gerne Turmdeckelschnecken wegen des Bodens, aber ich denke mal da werden sich keine parafreien finden. Und dann wäre noch die Frage, wie viele Diskus? Manche sagen bei der Beckengröße 6-8, andere sagen mehr wegen Futterneid und Gruppendynamik... Das ist zwar eh Zukunftsmusik da ich ja einiges vor mir habe bevor die Tiere einziehen könnten, aber je nachdem woher ich sie beziehen will werde ich sie ja wahrscheinlich reservieren müssen wenn ich welche will die 10cm oder größer sind. Wie seht ihr das von der Anzahl her? Lieber nur 6 und dann notfalls aufstocken wenn es Streit gibt, oder besser gleich eine größere Gruppe?

LG Nora
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Re: Neustart und Frage(n)

Beitragvon Hobby » 11.05.2020 11:04

Hallo Nora,

ich finde es sehr gut, dass du dir umfangreiche Gedanken machst, statt sofort in medias res zu gehen.

Nun zur Antwort:

1. AWAB oder Osmose

1.1 AWAB ist eine Methode, welche bei einem laufenden Becken angewandt wird um den Keimdruck, welcher sich zwangsläufig durch die Exkremente der Tiere, dem eingebrachten und nicht verwerteten Futterresten usw. aufbaut, zu minimieren. Also eine unterstützende Aufgabe zur Beckenhygenie (einfach formuliert).

1.2 Osmose,Mischbettvollentsalzer oder Kathi/Anni schaffen die Grundlage für eine Diskushaltung, indem sie aus dem Leitungswasser geeignetes Ausgangswasser machen, welches dann noch auf die gewünschten Werte aufgesalzen oder verschnitten werden muss.

Du siehst, um eine Wasseraufbereitung gemäss 1.2 wirst du nicht umhinkommen.
Sie bildet die Grundlage für eine tiergerechte Haltung!

Ein weiterer Gedanke zu AWAB. Diese kann man, aber braucht man nicht anzuwenden.
Ich habe in meiner langjährigen Diskushaltung viele Trends kommen und gehen sehen, aber eines hat sich nicht geändert.
Sauberkeit sowie regelmäßiger, ausreichender WW mit diskusgerechten Wasser sind und waren der Garant für eine problemlose Haltung.

Ein wesentlicher Faktor sei hier noch diesbezüglich aufgeführt, der Überbesatz an Tieren im oftmals zu gering dimensionierten Becken.
Diesen Faktor hast du ja auch angesprochen und auf die verschiedenen Argumente zum Besatz verwiesen
Gehe grundsätzlich von der vorgeschlagenen Berechnungsgröße von 50/60 Liter pro Diskus aus!
Nehme dann dein Becken, welches ein Leervolumen von 450 Liter aufweist und nach Bestückung(Kies,Pflanzen, Dekoration, Rückwand usw.) noch ein reales Wasservolumen von ca. 400 Liter aufweisen wird und bestimme dann den Diskusbesatz an Hand dieses Volumen. Vergesse aber nicht die Beifische.
Als Erfahrungswert würde ich dir 5-6 Diskus anraten, denn die Tiere wachsen bei guter Pflege von 10cm auf 20 cm.
Bei diesem Besatz ist zu beachten, dass die Tiere einen großen Anteil an Harnstoff sowie festen Exkrementen produzieren, welcher wiederum die Keimbelastung schrittweise ansteigen lässt.

Also lasse dir nichts von Gruppendynamik und Futterneid einreden, dies sind primär Verkaufsargumente.

Parafrei

Ein guter Ansatz, aber für dich, als Anfänger und Besitzer eines weiteren Aquarium, sehr bedenklich.
Möchte nur soweit darauf eingehen, dass peinlichste Desinfektion oberstes Gebot wäre. Ein Wassertropfen vom nichtparafreien Becken in das parafreie Becken eingetragen und alle Mühe war umsonst.

Kaufe dir Diskus bei einen nachgewiesenen parafreien Züchter.
Davon gibt es sehr Gute in Deutschland.
Diese Diskus sind stabil und werden, trotz einer Reinfizierung, sich zu sehr guten und stabilen Tiere entwickeln.

Was den aktuellen Besatz angeht hadere ich noch mit der Entscheidung ob ich die Synodontis abgebe oder versuchen kann, sie im 350er zu halten wenn ich das entsprechend umstrukturiere damit da mehr Höhlen sind.


Realisiere deinen Gedanken.

Dein Besatzplan für das neue Becken ist gut und dem Beckenvolumen angemessen.
Es wären dann:
5-6 Diskus
20 Corydoras (Art noch bestimmen nach Temperaturanspruch)

Statt L-Welse würde ich dein Augenmark auf diese Arten lenken:

https://www.remowiechert.de/otos.html

https://native-fish.org/allpages/otothyropsis

Die letzte Art, auch LG 2 genannt, sind nach meiner persönlichen Erfahrung noch aktiver.

Nun hast du wieder reichlich Stoff zum nachdenken.

Um die Materie Aquarienwasser besser beurteilen zu können würde ich dir dieses Buch zum Studium und Handeln ans Herz legen:

https://www.amazon.de/Handbuch-Aquarien ... 3927997005
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