Erstes Diskus-Becken

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Erstes Diskus-Becken

Beitragvon Zeronova » 08.09.2017 14:41

Ahoi an alle Fischfreunde hier :D

Ich bin ganz frisch hier im Forum, 27 Jahre alt komme aus Stuttgart. Mein Name ist Benjamin und ich hatte vor 6 Jahren das letzte Aquarium. (war nur ein kleines 80 Liter, sehr einfache Fische ^^)
Nun, jetzt sind wir umgezogen und ich möchte meinen Traum vom großen Aquarium erfüllen, am liebsten mit Diskus, da mir die wunderbaren Tiere so gut gefallen.

Ich bin noch bei der Planung und wollte vorab hier meine Fragen loswerden, eh ich sinnlos irgend welche Sachen kaufe, die mir irgend ein Mitarbeiter einschwätzt, die ich am Ende gar nicht brauche.

Geplant ist ein Aquarium "in der Wand" mit folgenden Maßen 100 l x 40 b x 100 h. Ja ich weiß, dass sind sehr seltsame Maße aber ich habe keinen anderen Standort und an der stelle wird es einfach Mega aussehen. Ja es wird auch bescheiden werden, wenn ich mal an den Boden kommen möchte. Dessen mir ich mir voll und ganz bewusst. Dennoch soll es genau diese Maße haben.

Bei dem Besatz dachte ich erstmal an 5 Diskus (max bis 7 erhöhen), 4 kleine Welse und 10 Garnelen, 4 Napfschnecken und 5 Marmorierter Beilbauchsalmler.

Pflanzen werden nur wenige drin sein, ich dachte an 1x Cryptocoryne crispatula var. balansae, 4-5 Eleocharis montevidensis und im Vordergrund vll. noch ein zwei moose oder sowas.

Ansonsten sollen nur noch ein - zwei äste rein und fertig. Der Boden wird weißer Sand (5 cm ?)

Der Hintergrund wird mit einer Mattschwarzen Folie beklebt.

So nun zur Technik:

Bei der Beleuchtung will ich gleich in LED investieren, da dachte ich an 1x econlux SolarStinger LED Coral Plant 28w und 1 x econlux SolarStinger LED Daylight 28w oder wird das nicht ausreichen bei der höhe von 100 cm ? oder gibt es gar noch andere LED ?

Bei der Geschichte mit dem Filter bin ich etwas überfragt, da liest man viele unterschiedliche Sachen. Fakt ist es wird ein Außenfilter, aber kein externes Filterbecken (kein Platz) nun hab ich keine Ahnung welchen Filter ich nehme ? Das nächste ist, der Filter wird ja unter dem Becken stehen, wie hoch schaffen die, dass Wasser wieder hoch zu pumpen, sind dann ja immerhin bestimmt 1,70 meter ?
Am liebsten würde ich Bohrungen im Boden vom Becken haben, aber ich habe bisschen Angst vor der Dichtigkeit ???

Eine Co2 Anlage brauche ich nicht oder ?

Wird die Strömung im Becken für den Sauerstoff und Co. ausreichen ? oder würdet ihr mir noch Zusatzgeräte empfehlen ?

Welche Heiz-Art würdet ihr mir empfehlen, Heizstab wieviele 2 stück ? oder einen Durchlaufheizer ? was anderes, Solar, öl, kohle ^^

Was habe ich nicht bedacht, vergessen, zu viele Fische / Pflanzen ?

Würde mich über Ratschläge sehr freuen.

Vielen Dank im Voraus

Liebe Grüße Benjamin
Zeronova
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Re: Erstes Diskus-Becken

Beitragvon Zeronova » 08.09.2017 17:12

Zeronova hat geschrieben:Geplant ist ein Aquarium "in der Wand" mit folgenden Maßen 100 l x 40 b x 100 h


Ich muss mich selbst berichtigen, habe gerade mal 100cm getestet am Tisch und mich auf eine höhe von 80 korrigiert, 80 ist wirklich das maximale an händelbarkeit :005:
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Re: Erstes Diskus-Becken

Beitragvon Kai_M » 08.09.2017 18:17

Hallo Benjamin,

bei unserem Diskushobby ist es wie mit einer Beziehung. Geht man zu viele Kompromisse ein, scheiters früher oder später.

So ein Diskusbecken will gut durchdacht sein und man sollte sich schon ausreichend Gedanken über die Ansprüche der Diskus machen. Ob und wie du das gemacht hast, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Nun mal zu meiner Einschätzung. Ich finde das Becken viel zu klein. In der Länge und in der Tiefe. Eine reine Filterung über Außenfilter halte ich für zu wenig.
Immer wieder liest man hier von keimarmes Wasser. Das hat seinen Grund in der Natur des Diskus. Ich glaube nur mit Außenfilter bekommst du das nicht hin.

Weiterhin halte ich eine Gruppe von 5-7 Diskus auch fast zu klein.

Das nächste Problem ist dann die Beleuchtung. Mit ner LED wirst du sicher das Becken gut beleuchten können, solltest aber bedenken, dass das Licht nicht plötzlich angehen und ausgehen darf. Die Diskus könnten sich erschrecken. Also solltest du einen Tageslichtsimulator mit einplanen. Dann wird die Beleuchtungsstärke sanft hoch und abgedimmt.

Stuttgarter Wasser ist auch nicht gerade Diskusfreundlich. Da fehlt dann noch die Wasseraufbereitung. Sprich Osmose oder VE Anlage.

Meiner meinung nach zu viele Kompromisse.

LG Kai
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Re: Erstes Diskus-Becken

Beitragvon Manni » 08.09.2017 21:36

Hallo Benjamin, viele Fragen. Zu erst einmal: Das Beckendesing kommt erst an letzter Stelle. Bei Diskushaltung kommt es darauf an, beste Wasserbedingungen, ähnlich dem Amazonasstromgebiet, zu schaffen. An erster Stelle kommt keimarmes, weiches, saures Wasser mit ph-Wert zwischen 5,8 bis 6,5 zu schaffen, Differenztemperatur zwischen 29 und 27 Grad durch Nachtabschaltung einrichten. Für LED kannst Du bei dem Becken auch statt Leisten zwei Strahler auf LED Basis einsetzen. Am besten Lichtfarbe TROPENLICHT, nicht so hell. Zweimal 28 Watt genügen. Heizer reicht 300 Watt Heizstab. Das Becken mag imposant sein, aber hat Tücken. Diskus wählen bei Erschrecken (Schattenwurf, Türknallen, viel Bewegung Fremder vor dem Becken in die horizonttale Strecke, die etwa 180 bis 2 Meter Beckenlänge getragen sollte. Sie können bei der kurzen Fluchtstrecke gegen die Seitenscheiben mit schweren Folgen prallen. An die Wasseroberfläche flüchten sie nie. Und die Beifische. Auch diese sollten zum Beckentyp und den Wasserwerten passen. Also Weichwasserfische wie Corydoras- Panzerwelse als Bodengrundputztruppe, ruhig 15 bis 20 Stück, gibt es auch als hübsche goldgepunktete Wildfänge. Fische aus Asien wie Beilbäuche und ähnliche Fische verlangen andere Wasserbedingungen, und Temperaturen, und die Beifische sollten nicht hektisch sein. Das ist eigentlich Tierquälerei im Diskusbecken. Bodengrund nur gerundeten Quarzsand mit Körnung 0,8 bis 1,2 Millimeter, am besten von Sandmann, feuergereinigt, nicht mulchen, Panzer-Welse halten ihn sauber. Beim mulchen bringst Du nur organische Stoffe in den Boden, die faulen. 5 cm Höhe sind o. k. BODENBOHRUNG für Oberflächenablauf ist o.k. und die Schraubverflüsse, die Du für den Rohrdurchmesser braucht, sind absolut dicht. Ausserdem brauchst Du eine Pumpe, die den Beckeninhalt pro Stunde mindestens 2 bis besser viermal schafft. Also 1200 bis 2000 Liter/h, Topfinhalt mindestens 12, besser 14 oder 16 Liter. Schau mal bei JBL nach. Ganz wichtig, um keimarmes Wasser zu haben, ist ein UVC-Klärer, 24 bis 36 Watt. Strömung und Sauerstoffeintrag entsteht durch Oberflächenströmung durch den Filterauslauf, der entfernt vom Oberflächenabzug ins Becken einströmen sollte. Der Obeflächenablauf hat den grossen Vorteil, das durch die saubere, fettfreie Oberfläche im Austausch mit der Luftsäule über dem Becken der Sauerstoffeintrag ermöglicht wird. Sprudelsteine gehören nicht ins Diskusbecken, treiben die Kohlensäure aus. Der ph-Wert steigt in Richtung über 7. Schlecht für Diskus. Co2 -Anlage ist nicht nötig, Diskusbiotope sind Wasserpflanzenfrei, deshalb nur schöne, grosse Echinodoren und Valisnerien und ähnliche einsetzen. Co2 -Werte über 20 Milligramm/Liter können bei Diskus zur Atemnot führen. Moose verdrecken in einem Diskusbecken, bei bester Filterung, der Stoffwechsel der adulten Tiere,und Jungtiere durch die starke, mehrmalige Fütterung bei der Aufzucht, ist beachtlich. Temperatur für Moose zu hoch. Das sind nur Vorschläge, aus über 50 Jahren Aquarienhaltung, u.a Diskusbecken und Korallenaquarien. Viel Erfolg. Manfred
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Re: Erstes Diskus-Becken

Beitragvon Manni » 08.09.2017 22:17

Benjamin, ich muss noch etwas anfügen. Kai hat viele richtige Anmerkungen gemacht, unsere Antworten haben sich überschnitten, auch zur Gruppengrösse. Richtig ideal sind Gruppen von 12 bis 20 Disks in richtig grossen Becken, so um die 1000 Liter und mehr. Ist natürlich nur bei entsprechenden Platz- und Zimmergrösse möglich. Die Korrektur auf 80 Zentimeter Höhe ist vernünftig. Wird bei der Beckenpflege sowieso schwierig. Mit 5 Diskus wird es Reibereien geben, mit sieben eventuell auch. Ein Vorschlag: Du kannst auch ein garantiertes, adultes Paar kaufen, und in dem Becken hältern. Sieht auch klasse aus. Bei Moorkienwurzel nur beste Qualität kaufen. Guter Shop ist Aquarienwelt 24. Die verkaufen Moorkienwurzel wie auf dem Foto gesehen. Habe damit gute Erfahrungen gemacht. MfG Manfred
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Re: Erstes Diskus-Becken

Beitragvon Zeronova » 09.09.2017 05:42

Hey,

danke euch beiden, für die erhlichen Antworten. Hmmm, ihr sagt jetzt wieder ganz andere Sachen als ich gelesen habe. Aber ok ich will ja keine Tiere Quälen, dass mit der Beckenlänge hab ich mir schon gedacht. sehr sehr schade. Ein Diskus Pärchen, wie viele Beifische könnte man dann bei meinem Aquarium rein setzten.

Wenn ich mir jetzt den ganzen Aufwand anschaue und dann "wegen" zwei Diskus, stimmt einen bisschen zum Nachdenken an ob sich der Aufwand lohnt. Vielleicht sollte ich dann doch nochmal nach anderen "Blickfängen" ausschau halten.

Liebe Grüße Benjamin
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Re: Erstes Diskus-Becken

Beitragvon Manni » 09.09.2017 07:45

Hallo Benjamin, unsere Altvorderen, die Aquaristikpioniere, haben Neuland erforscht. Fische waren zum Essen da, wer konnte sich ein Aquariumn in den Vorkiegszeiten leisten, wie aufwendig waren allein die Reisen zu den tropischen Fanggebieten. Die Expeditionen und Fänge waren zu verschiedenen Zeiten, mehr Momentaufnahmen der Lebenswelt, mit Ausnahme Humboldts, der Südamerika jahrelang bereiste, und erste wissenschaftlich Studien der Tierwelt veröffentlichte. Schon durch die neue Technik, die Beobachten der Tiere in den immer grösser und besser werden Aquarien, bildete sich eine Hälterungsgrundlage heraus. Und gab Fehlschlüsse, willkürliche Interpredationen, Behauptungen auf nicht wissenschaftlichen Grundlagen. Die beste Methode ist nach meinen Erfahrungen, sich vor der Tierkauf erst einmal die Lebensverhältnisse, also das Biotop anzusehen. Auch wenn es sich um langjährig bekannte Nachzuchten handelt, haben die Fische nicht ihre Immunabwehr gegen Keime im stark gelasteten Aquarium durch im Kreislauf bewegten Wasser, ihre Anpassung an der ph-Wert, Mineralgehalt, Temperatur, Gesellschaftverhalten abgelegt. Es sind nur Annäherungserscheinungen, die alle Wildtiere bei Haustierwerdung durchmachen. Mit dem Internet steht uns ein riesiger Schatz an Wissen zu den Biotopen zur Verfügung. Man hat aber die verwirrende Qual der Auswahl, es gibt unterschiedliche Meinungen, Legenden, auch absolute Unwahrheiten, die gern auch mal von "Fischvermehren" verbreitet werden. Einen Weichwasserfisch kann ich nicht, soll er gut und lange leben, an den bei uns meist an menschlich Bedürfsnisse vetretbaren Wasserwerte anpassen. Ein ph-Wert von 5,8 oder auch 6,2 würde das Trinkwassernetz auf Dauer zerstören. Deswegen ist es auch sinnlos, die deutsche Trinkwasserverodnung als " schecklich" zu bezeichnen. Wir haben gutes Trinkwasser, aber kein Fischwasser aus der Leitung. Allerdings versaut die Massentierhaltung ( Gülle) zunehmend unser Trinwasser durch steigenden Nitratgehalt, besondern auf dem Lande. Schuld sind wir selbst, es ist Menschenwerk. An den fetten Männer-und Frauenbäuchen und den damit verbundenen Krankheiten sind wir selber schuld, wir essen fast jeden Tag Fleisch aus den Mastanlagen. Der Halter muss sich bemühen, die Voraussetzungen der Ansprüche der Fische zu erfüllen. Dafür gibt Osmose, Vollentsalzeranlagen, ph-Messgeräte und die Wasserchemie.Und der Erkenntnisreichtum wächst. Wir können heute sogar empfindlichste Korallen und Rifffische, und eben auch Diskus halten und züchten, wenn wir uns bemühen und bilden. Diskus sollten in grösseren Gruppen und nur mit Beifischen aus ihren Biotop gehalten werden: Neon, Panzerwelse, Zwergchichliden, bestimmte L-Welse je nach Beckengrösse, manche werden gern 30 oder 40 und mehr Zentimter gross. Und ein Päärchen Diskus, knapp 20 Zentimer gross, mit einen Schwarm blauer oder roter Neons, 40 bis 100 Stück, tolle Solitärpfanzen für Weichwasser und eine schicke Wurzel lohnen den Aufwand Das Paar muss aber erwachsen und erprobt sein.Und kostet eben gut und gern 400 und mehr Euro. Ich kannbaber nicht zwei sechs oder 10 Zentimeter Jungfische in ein solchen Becken setzen. Das geht schief. Sie gehören in grössere Gruppen mit vielen kleinen Fütterungen und Wasserwechsel. Ein Fischnudeltopf kann auch abstossend, zu hektisch und kaum zu pflegen sein. Ich kann nur meine Meinung sagen, entscheiden musst Du. Dabei viel Erfolg. Gruss Manfred
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