Erfahrungen Glasperlenfilter

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Erfahrungen Glasperlenfilter

Beitragvon Manni » 28.03.2018 00:30

Ich bin dabei, trotz AWAB meine Royal blue F1 in weichem, saurem, mit Huminsäure versetztem Wasser zu halten. Der Nitratfilter und den UVC habe ich aus dem System genommen. Der Nitratabbau erfolgt durch eine Schwimmpflanzendecke sowie Aufsitzerpflanzen auf Moorkinwurzeln. Der Bodengrund ist als Langsamfilter ausgelegt, Siporax unter einer sechs Zentimeter dicken Sandmannschicht. Zwei mechanische Innenfilterfilter säubern das Wasser, dazu läuft ein Glasperlenfilter. Meine Wasserwerte: Nitrat noch nicht messbar, Leitwert 100 Mikrosiemens, ph 5,3, Gesamthärte 3, ein Grad Kh (eingestellt), keine Keimbelastung. Ich würde gern wissen, welche Körnung der Glasperlen am besten geeignet ist, die höchste Effektivität zu erreichen. Und wie erkenne ich, wenn der Filter rückgespült werden muss. Da ich die neue AWAB- Methode erst wenige Tage teste, kann ich noch keine Aussagen der Eignung machen. Deshalb mein Interesse an den Fragen des Glasperlenfilters: Welche Durchmessergrösse der Perlen (bei mir z.Z. 2 mm) ist am effektivsten? Wann sollte der Filter rückgespült werden? Und mit wieviel Wasser bei einem 3,6 Liter Filter? Wer hat gesicherte Daten bei Organika- und Nitratabbau gemessen? Wenn mein Versuch der neuen AWAB- Methode in einigen Wochen verläßliche Daten erbracht hat, werde ich berichten. Die Wasseraufbereitung erfolgt mit Mischbettharz. Danach erfolgt die Zugabe von Huminsäure. MfG Manfred
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Re: Erfahrungen Glasperlenfilter

Beitragvon Avalon » 11.04.2018 14:30

Interessanter Beitrag; kannst Du einige der Bilder von Deiner Anlage hochladen? Gruß Simon
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Re: Erfahrungen Glasperlenfilter

Beitragvon Manni » 11.04.2018 23:19

Hallo Simon. Ich habe den Glasperlenfilter auf Glasperlen von der Diskusscheune 0,7 bis 1 mm umgestellt. Ist effektiver. Aus Bildern wirst Du nicht erkennen, worin der Nutzen der von mir entwickelten Methode der AWAB mit Humineinsatz ohne Nitratfilter und UVC besteht. Es geht darum, ein Aquarium mit sehr grossen und futterintensiven Fischen wie Diskus zur Eigenfilterung, sprich Nitratabbau, zu bringen und auf diesem Niveau zu halten. Mir geht um bioligische Filtermethoden, ein Aquarium mit so wenig Technik wie möglich zu betreiben. Ich fahre nun seit drei Wochen mein 600 Literbecken mit 10 WF und WF F1, Royal blue, S. haraldi und Alenquer ohne Nitratanstieg, Leitwertanstieg in einer Woche nur 10 Mikrosiemens. Das ist aber noch kein Zeitraum, um zu sagen, AWAB mit Humineinsatz funktioniert. Ich werde in etwa in einem halben Jahr über diese Methode berichten, auch wenn sie sich nicht bewährt. Mein Becken hat einen bioaktiven Bodengrund als langsamen Biofilter, und zwei sehr aktive mechanische Innenfilter mit Oberflächenabsaugung und wellenförmige Strömung, ein Eigenbau. Das Becken halte ich mit einem Mischbettfilter im Bereich von ph 5,2 bis 5,8 sowie Leitwert 100 bis 150 Mikrosiemens in Balanche. Den Bodengrund aus Sandmannsand 0,7 bis 1,2 mm halten 16 WF C. sterbai sauber. Ich rühre den Bodengrund nie an. Er ist der biologische Filter. Das Herzstück eines jeden Aquarium. Bilder werde ich mal reinstellen, muss sie aber erst verkleinern. Beste Grüsse Manfred
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Re: Erfahrungen Glasperlenfilter

Beitragvon Georg66 » 12.04.2018 21:49

Hallo Manni,

zufälligerweise fahren wir beide gerade fast das gleiche Projekt :thumbright:
Auch ich habe den UV-Klärer rausgenommen und beginne gerade damit Huminstoffe zuzuführen (zwecks Keimreduzierung). Den Nitratfilter habe ich allerdings drangelassen und auch einige Pflanzen im Becken. Übrigens sehen Anubien als Schwimmpflanzen gar nicht mal schlecht aus durch die fädrigen Wurzeln, die nach unten ins Wasser ragen. Mal sehen, ob die das viele Licht direkt unter der Beleuchtung auf Dauer vertragen oder ob sie veralgen...

Der Glaskugelfilter muss dann rückgespült werden, wenn der Durchfluss merklich nachlässt. Ich hatte ihn zu Beginn mit 300 L/h eingestellt. Zum Rückspülen habe ich viiiel Druck benötigt - letztlich musste ich eine Tunze mit 2400 L/h anhängen, dass er sich überhaupt rückspülen ließ. Habe 20 Liter Beckenwasser durchgejagt, das hat gereicht um die Verunreinigungen zu beseitigen.
Die Informationen im Netz bezüglich Huminstoffen und Glaskugelfilter sind widersprüchlich: manche sagen, der Glaskugelfilter würde zu schnell zusetzen andere widerum sagen, es wäre problemlos möglich. Auch ich habe die 0,7-1,0mm Kugeln drin. Hatte ihn am 23.02. installiert und vor 3 Tagen das erste mal gereinigt/rückgespült. Das war offensichtlich zu lange, er war so zu, dass kaum noch Durchfluss vorhanden war. Anscheinend ist der richtige Zeitpunkt zum säubern/rückspülen so ca. alle 4-6 Wochen (zumindest bei mir im System). Allerdings habe ich durch Keimtests ermittelt, dass der Glaskugelfilter bei mir schon ca. eine Woche bis 10 Tage gebraucht hat, bis komplett keimfreies Wasser heraus kam. Anscheinend braucht er diesen Zeitraum, um einzulaufen. Habe gestern, also zwei Tage nach Rückspülung, mal einen Keimtest gemacht um zu sehen ob er jetzt erst wieder "einlaufen" muss. Ergebnis wird morgen vorliegen.

Habe auch 10 Scheiben drin, ein paar Harnischwelse und 15 Corydoras. Wasserwerte sind bei uns beiden auch ähnlich: KH 1° (auch eingestellt), auch Leitwert um die 100, pH ca. 6,2 (eingestellt), Boden wird auch bei mir nicht abgesaugt, habe mehrere kleine Pümpchen im Becken versteckt, die Richtung Filter-Ansaugung blasen. Den Rest erledigen die Sterbai :D

AWAB betreibe ich mehr oder weniger indirekt: Ich habe eine 10 Liter Säule mit Mischbettharz hinter meine Osmoseanlage geklemmt, somit kommt mir kein Leitungswasser mehr ins Becken. Aufhärtung ausschließlich über Kalkreaktor (Carbonate und Calcium) bzw. etwas Bittersalz (Magnesium). Sobald ich meinem Becken Leitungswasser zuführe, bekomme ich reproduzierbar Algen (grüne, Kieselalgen usw).

Mir geht es allerdings nicht um weniger Technik, sondern ich versuche mein Wasser ohne UVC (und mit Huminstoffen, Glaskugelfilter und Nitratfilter) so keimfrei wie möglich zu bekommen, da ich mich mittelfristig an WF-Heckel trauen möchte :018:

In diesem Zusammenhang würden mich Erfahrungen von anderen Usern interessieren, die mit Wasserstoffperoxid die Keime im Wasser reduzieren. Auch hierzu sind die Infos im Netz eher dürftig.

Gruß Georg
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Re: Erfahrungen Glasperlenfilter

Beitragvon Manni » 12.04.2018 23:28

Hallo Georg, wie der Zufall so spielt. Allerdings habe ich einen anderen Ansatz. Ich bin davon überzeugt, die Fakten sind so, dass der Nitratfilter die Huminzugabe verhindert. Ausserdem unterdrückt er die Fruchtbarkeit der Fische. Meine Corydoras hörten auf, Eier an die Aquarienscheiben zu kleben, als ich den Nitratfilter nutzte. Kaum war er aus dem System, laichten sie wieder ab. Die Eier schmecken den Diskus wieder. Der Nitratfilter baut umgehend die Huminsäure ab. Deshalb habe ich ihn aus meinem System genommen. Der Glaskugelfilter (GKF) dient als Ersatz zur Keimreduzierung. Ausserdem habe ich einen anaeroben Bodengrund mit Filterglas aufgebaut, der das Becken zur Eigenfilterung (Nitratabbau) befähigt. Mit anderen Worten: Es gibt keinen Nitratanstieg, der Leitwert steigt sehr langsam an, 10 ms in der Woche. Ich muss nur alle vier, fünf Wochen Awab mit der Mischbettfiltersäule machen. Es geht mir um ein einfach zu betreibendes, biologisch arbeitendes Aquarium. Mit weichem, saurem, keimarmem Wasser. Das Immunsystem der WF wird unter solchen Bedingungen mit den Restkeimen, samt Kiemenwürmern, bestens fertig. Auch die Heckel. Das sind keine Mimosen, wenn das Wasser stimmt. Das beherrschen wir doch. Mit den Anubias wirst Du nicht lange Freude haben. Veralgen. Ausser, Du hast keine Algensporen im Wasser. Kaum vorstellbar. Nimm Schwimmpflanzen, z.B. Froschbiß. Verträgt auch Tropfwasser. Hast Du einen GPK von Borgi? Oder einen Filter mit Harzsieben? Mit den Sieben von Borgi von der Diskusscheune habe ich in einen Leerfilter, den ich noch hatte, umgerüstet. Habe keine Probleme, Rückspülen ist leicht. Er baut prima Sachen, gut, dass wir ihn haben, sein Gardenasystem ist genial. Georg, wir sollten uns mal unterhalten. Mail genügt für den Kontakt. Wer öffentlich mit diskutieren will, AWAB mit Huminsäure, herzlich willkommen. Mich einfach anschreiben. Oder Georg, wenn er einverstanden ist. Ich kann ja nicht für ihn sprechen. Aber gemeinsamm können wir eine bessere Aquaristik für die wunderbaren Diskusbuntbarsche erschaffen. Beste Grüsse Manfred
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Re: Erfahrungen Glasperlenfilter

Beitragvon Avalon » 13.04.2018 11:52

Bezüglich der Filtermedien: Untergrundfilter

Dieses Thema interessiert mich bereits seit meiner Kindheit und das nächste Becken soll ein autonomes Durchlaufbecken sein. Wo der überwiegende Focus der Fischhaltung sich auf das Notwendige Futtern und Betrachten beschränkt. Ein Naturbecken ohne viel Aufwand, dessen Ökosystem sich selber reguliert. Bestimmte Aquascaper setzten jenes System bereits um.

https://www.youtube.com/watch?v=mMIryf-Wq0A (das Beispiel gefällt mir sehr!)

https://www.youtube.com/watch?v=c4K8-erlE2E
(In diesem Beispiel allerdings sind falsche Prämissen gesetzt worden. Der Wasserfluss muss aus dem Sulfat von unter heraus nach oben fließen und nicht vice versa! Sonst werde Essensreste in den Boden geführt, was zu Last haben kann, dass Batterien sind an bestimmten Futtersammelstellen bevorzugt ansiedeln. Auch können Tote Stellen entstehen, wo sich Ammoniak ansiedelt!)

Wegen der vielen Pflanzen und doch ziemlich großen Tiefe des Bodengrunds (10cm) benutze ich eine Bodenheizung. Allerdings auch deswegen um die Wasserzirkulation im Sulfat zu ermöglichen.
Denn Bodengrund mit einer Schicht Siporax aufzufüllen hört sich nach einer guten Lösung für mich an. Um die Bakterien jedoch mit den nötigen Nähstoffen zu versorgen, müsste das Wasser etwas effizienter nach außen durch den Bodengrund gepresst werden. Weil das Aquarium nun mal nicht die nötigen Wasserkapazitäten hat wie in der Natur. (siehe Video Nr.1)

Natürlich ist so ein System schwer zu reinigen – besonders die Leitungen unter dem Grund – und bei Ausfall muss das Becken gewissermaßen, komplett neu aufgesetzt werden! Allerdings wenn man keine optischen Probleme damit hat, ist dieses System gar nicht so schlecht. Auch wenig Zeitintensiv, wenn ein Durchlaufbecken integriert wird! Dann fallen zwar die Wasserwechsel nicht automatisch weg, reduzieren sich jedoch auf 3 - 4 Monate im Jahr!
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Re: Erfahrungen Glasperlenfilter

Beitragvon Georg66 » 13.04.2018 14:39

Hallo Manni,

ja Du hast recht - Nitratfilter und Humine vertragen sich nicht. Habe erst nach Deiner Antwort gesehen, dass es hierzu bereits einige Threads (auch hier im Forum) dazu gibt. :dank für die Info! Da bemüht man sich, an alles zu denken, und dann das :005:

Ist gar nicht so ne schlechte Idee, den Nitratfilter komplett rauszuwerfen. Bekomme mein Chlorid eh nie unter 30mg/l (anfangs sogar über 70mg/l)... Abgesehen von der zeitaufwändigen Regenerierung. Das mit der Fruchtbarkeit kann ich eher nicht bestätigen: Meine Corys kleben immer Eier an die Scheiben - willkommener Zusatz Snack für den restlichen Besatz :groehl:

Das wirft natürlich weitere Fragen auf: Wie bekomme ich dann das Nitrat raus? Z. Zt. wechsle ich TÄGLICH 60 Liter auf ca. 500 - 550 Nettoliter. Denke das ist genug und irgendwo sollte es auch Grenzen geben mit dem WW. Du hast es für Dich ja sehr gut gelöst - Siporax unter einem dicken Sandbett. Ist bei mir technisch leider nicht möglich. Meine Sandschicht ist nicht so dick und lässt sich (u. a. wegen einer fest eingebauten Rückwand) nicht so hoch schichten. Außerdem habe ich eher schlechte Erfahrungen mit Siporax gemacht, aber das ist ein anderes Thema. Evtl. kann ich hinter der Rückwand etwas "zaubern" - da ist genug Platz und kein Filter dahinter. Nur zwei kleine Pumpen zwecks Wasserzirkulation.

Danke für den Tip mit dem Froschbiss - ich dachte, der mag das Schwitzwasser nicht, das zwangsläufig immer innen von der Abdeckung runterträufelt. Werde ich mal probieren, zumal der auch schöne Wurzeln nach unten hat. Und ein Nitratfresser ist ja offensichtlich ja auch. Evtl. kann ich das Stück hinter der Rückwand beleuchten und da auch noch andere "Nitratfresser" einsetzen. Was würde sich denn da sonst noch anbieten, hast Du da noch Tips?

Ja, ich habe die Glaskugelfiltersäule von Borgi. Allerdings nicht von ihm direkt sondern gebraucht über einen anderen User hier im Forum. War ursprünglich ein Nitratfilter, habe die Harzsiebe etwas modifiziert, sodass ich ihn als Glaskugelfilter nutzen kann. Die Gardena-Anschlüsse haben Vor- und Nachteile. Geht natürlich schnell und einfach, klick und das wars. Andererseits ist man auf das Schlauchmaß 12/16 festgelegt und dadurch wird der Durchfluss doch sehr reduziert. Ich hätte lieber größere Anschlußstutzen für größere Schlauchdurchmesser um damit einen höheren Durchfluss fahren zu können. Aber demnächst habe ich ja eine zweite Säule übrig - meinen ehemaligen Nitratfilter... Also hänge ich den einfach auch noch dran... :licht

Ja natürlich bin ich einverstanden mit dem Anschreiben. Jede/r ist herzlich willkommen um hier mitzudiskutieren. Das ist ja auch der Sinn eines solchen Forums, der Gedanken- und Erfahrungsaustausch.
Das sollte das Ziel sein: Eine bessere Aquaristik für unsere Scheiben.

Gruß Georg
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Re: Erfahrungen Glasperlenfilter

Beitragvon Georg66 » 13.04.2018 15:10

Hallo Simon,

danke dass Du Dich an der Diskussion beteiligst.

Über diese Geschichte, die in den Videos zu sehen sind, habe ich auch schon mal nachgedacht. Da gibts auch noch weitere gute Erfahrungsberichte im Netz u.a. auf Flowgrow. Da betreibt einer ein ähnliches System bereits seit den 80er Jahren und das läuft und läuft... Aber, wie oben bereits geschrieben, bei mir technisch nicht wirklich umsetzbar. Wie Du ja bereits selbst schreibst, wäre mir persönlich das Risiko zu groß, wenn man da mal ran muss, muss man gleich das gesamte Becken ausräumen. Denke in meinem Becken wäre es besser, den Platz hinter der Rückwand zu nutzen - wie auch immer. Muss mir da mal Gedanken machen. Durchlaufbecken finde ich hingegen sehr gut - WENN DIE WASSERWERTE AUS DER LEITUNG STIMMEN! Was bei mir leider nicht der Fall ist, muss aufbereiten.

Gruß Georg
Gruß aus der Pfalz, Georg
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Re: Erfahrungen Glasperlenfilter

Beitragvon Manni » 13.04.2018 19:33

Hallo Georg, Nitrat bekommst Du mit Wasserwechseln und vielen Nitratzehrern wie Schwimmpflanzen, Echinodoren und anderen Wasserpflanzen aus dem Becken, oder besser, kannst es im Bereich unter 20 mg/l halten. Aber Du willst ja Awab machen. Nun dann, musst Du Dein Aquarium in den Zustand der Eigenfilterung versetzen. Also biologischen Nitratabbau mittels anaerober Bakterien. Dazu brauchst Du entweder einen biologischen Langsamfilter, als Vodkafilter bekannt, oder eben meine Methode. Den mit Filterglas versetzten Quarzsand von Sandmann, 0,7 bis 1,2 mm Körnung, mindestens 6 cm hoch. Für 200 Liter wasser rund 700 ml Siporax oder andere Marken. Auf dem Glasboden des Aqua auslegen, mit Edelstahlgitter oder Kunststoffnetz fixieren und mit dem Sand bedecken. Hinten höher, vorne flacher, etwas keil-'oder terrassenförmig. Niemals mulchen! Es dürfen keine organische Substanzen in den Bodengrund kommen. Das passiert beim Mulchen. Für Sauberkeit sorgen C. sterbai oder ihre Verwandten. Mein Boden steht seit drei Jahren. Kompletter Nitratabbau bei starker Fütterung von sechs zweijahrigen Royal blue, alle über 16 cm gross, zwei etwas ältere S. haraldi und einem Alenquer. Froschbiss als Nitratzehrer und Schattenspender. Lotus, Anubien und Taiwan-Seerosen. Moorkienwurzeln. Leitwert 100 ms, ph 5,2 bis 5,8 , 0 KH, drei Grad deutsche Gesamthärte. Awab, kein Nitratfilter, GKF, kein UVC, sehr keimarmes Wasser. Leitwertanstieg in der Woche 10 Mikrosiemens. Mittels Awab wird das Aquarium zwischen 100 bis 150 ms Leitwert gehalten. Die Zukunft wird zeigen, ob so ein biologisches System zu halten ist. Filterung: Bodengrund, zwei leistungsfähige Innenfilter (Eigenbau) mit OFA. Zwei 3-D-Tunzeturbellen, zusammen 3600/h Liter Leistung. Sehr sanfte Strömung. GPF mit eigener kleinen Pumpe, 500 Liter je Stunde, auf 300 Liter gedrosselt. Beckeninhalt netto 600 Liter. Poolbecken, 15 mm Glasstärke, Weissglas-Front, ohne Streben. Sehr super! MfG Manfred
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Re: Erfahrungen Glasperlenfilter

Beitragvon Peter L. » 14.04.2018 07:46

Hallo Georg und Manni,

bei mir über dem Becken wachsen ca. 20 m Efeutute die im Becken wurzelt, Nitrat vom Beckenwasser sind ca. 5mg/l.

Wobei bei meinem Becken auch ein automatischer Wasserwechsel von täglich 5% mit reinem Osmosewasser läuft, der automatische Wasserwechsel ist mengenmäßig, so eingestellt, dass die Leitfähigkeit im Becken konstant bei momenetan ca. 130 µs bleibt.

Technik, Vliesvorfilter + Filterbecken+ automatischen Wasserwechsel über die Osmoseanlage.

Der Vliesvorfilter nimmt auch ne Menge Organik raus, was den Leitfähigkeits- und Nitratanstieg in Grenzen hält.



Gruss Peter
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Re: Erfahrungen Glasperlenfilter

Beitragvon Fred59 » 14.04.2018 12:33

Hallo zusammen,

ich habe seit ca. 3 Monaten zwei GPF im Einsatz.
Mein Erfahrungen sind, dass der Leitwert pro Tag nur noch um 2 bis 3 µS/cm steigt (vorher 5).
Was mir aber am Wichtigsten ist, dass die Keimbelastung drastisch gesunken ist.

LG,
Fred
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Re: Erfahrungen Glasperlenfilter

Beitragvon Georg66 » 15.04.2018 14:33

Hallo zusammen,

@Manni: Die Pflanzen hab ich auch alle drinnen (außer Froschbiss), dachte nur, Du hast vielleicht DIE ultimative Pflanze, die viel NO3 rauszieht. Aber wenns sowas gäbe, hätte das jeder und alle Nitratfilter wären überflüssig... Bin z. Zt. auf 4mg/l NO3, von daher ist das bei mir "Jammern auf hohem Niveau". Würde es halt gern so niedrig halten, weiß aber auch dass das ohne technischen Einsatz (also nur mit Pflanzen + WW) nicht möglich sein wird. Über den Wodkafilter hatte ich mich auch mal schlau gemacht - ist aber ohne größere technische/teure Anschaffungen nicht sinnvoll/gefahrlos zu betreiben (Redoxcontroller incl. Sonde, Nitratfilter selbst, 2 Düngepumpen etc.).

@Peter: Efeutute hatte ich auch mal dran, allerdings braucht die Licht ÜBER dem Becken. Trotzdem danke für den Tip. Wenn Huminstoffe, AWAB und bestmögliche Keimreduzierung kombiniert werden sollen, ist ein Rollermat/Vliesfilter natürlich genauso kontaproduktiv wie ein Nitratfilter (da wird die Organik, die durch die Huminsäuren eingebracht werden, durch Vliesfilter/Nitratfilter wieder rausgezogen). Automatischen WW mache ich bereits, wie gesagt 60 Liter täglich.

@Fred: Ja, das ist bei mir auch angedacht, zumal dadurch keine laufenden Kosten entstehen. Pro GKF einmal eine Anfangsinvestition, dann nur noch ab und zu rückspülen - das wars. Je mehr Glaskugelfilter desto mehr Keimreduzierung würde ich mal sagen.

Auf der Suche nach der "eierlegenden Wollmilchsau" bzgl. Huminstoffe, AWAB und Keimfreiheit bin ich momentan auf folgendem Stand: Wenn Huminstoffe und UV-Klärer/Nitratfilter/Vliesfilter etc. sich gegenseitig "beißen", was spricht dagegen, die Huminstoffe oral, also über das Futter, zu verabreichen? Macht das jemand oder hat das jemand mal versucht? Bin diesbezüglich im Netz auf folgende Infos gestoßen:

http://www.qucosa.de/recherche/frontdoo ... cosa-33901
http://www.igb-berlin.de/meinelt
https://www.deutsche-apotheker-zeitung. ... /uid-16940
https://www.humintech.com/de/tierhaltun ... euren.html

Hiernach ist es wohl möglich und auch (fast) genauso wirkungsvoll, wie die Verabreichung der Huminstoffe über die Wassersäule. Bliebe das Problem der Dosierung. Man könnte z. B. Granulat in Huminstoffe einweichen vor der Fütterung. Ein gewisser Eintrag von Huminstoffen ins Wasser durch das Futter sollte zu vernachlässigen sein. Was meint Ihr?

Gruß Georg
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Re: Erfahrungen Glasperlenfilter

Beitragvon Fred59 » 15.04.2018 15:24

Hallo Georg,

bezüglich der Huminstoffe hatte ich mal ein einem anderen Forum eine Auflistung gepostet, was Huminstoffe bewirken:
"Huminstoffe" beruhigen die Kiemen
"Huminstoffe" fördern die Schleimhäute
"Huminstoffe" wirken antibakteriel
"Huminstoffe" senken den Keimdruck
"Huminstoffe" wirken als Puffer
"Huminstoffe" dienen der Basis der Nahrungskette
"Huminstoffe" wirken (Blau)-Algen entgegen
"Huminstoffe" konservieren
"Huminstoffe" senken den PH-Wert
"Huminstoffe" färben das Wasser
"Huminstoffe" wirken als Ionen-Tauscher
"Huminstoffe" wirken als Katalysatoren
"Huminstoffe" wirken als Chelatoren
"Huminstoffe" stabilisieren das Redoxpotential
"Huminstoffe" schliesen Schwermetalle ein
"Huminstoffe" unterstützen das Pflanzenwachstum
"Huminstoffe" fördern die Microflora und /-fauna
"Huminstoffe" wirken als Nährstoffregulatoren

Huminstoffe (ich nutze Aqua Humin) die ich nachdosiere, sobald der "Gold" raus ist und GPF haben die Keimbelastung auf </=10² KBE/ml gesenkt.
Huminstoffe über das Futter geben, ja, hab ich schon gelesen, dass es praktiziert wird/ wurde, lässt aber damit viele der oben genannte Faktoren außer Acht.
Ich habe ein recht gut bepflanztes Becken, in dem der Nitrat-Wert vor dem WW bei ca. 15mg/l liegt, - damit kann ich gut leben.
Eufeutute usw., hab ich auf diese Weise gelöst (Bild) Rechts und links jeweils zwei Senker.

LG,
Fred
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Re: Erfahrungen Glasperlenfilter

Beitragvon Georg66 » 15.04.2018 16:32

Hallo Fred,

ja, Deine Beiträge bei DC habe ich auch gelesen. Mich musst Du nicht überzeugen, wir sind bzgl. Huminstoffen, Keimsenkung etc. auf einer Wellenlänge.

Du beziehst Dich auf Prof. Dr. Christian Steinberg von der Humboldt-Uni in Berlin bzw. den Vortrag von Hans J. Mayland, wonach: "Einer der Hauptfehler ist es, diese Fischart im salzarmen, glasklaren Wasser pflegen zu wollen". Gerade die Huminstoffe sind es aber, die den Tieren ein Leben in einem derart mineralarmen Wasser (erst) ermöglichen".
Das deckt sich mit meinen Beobachtungen. Meine f1000 stehen ohne Huminstoffe bei SEHR niedrigen Werten (KH, pH, Leitwert) nicht so gut wie bei Werten bsp. größer als KH > 1,5, pH größer 6,0, Leitwert > 100. Nicht falsch verstehen: Ich sage NICHT, dass man Diskus in hartem Wasser halten soll --> DER DISKUS IST UND BLEIBT EIN WEICHWASSERFISCH. Aber die extrem tiefen Werte --> siehe Zitat oben. Ist meine Meinung. Das kann man auch gerne anders sehen, dann her mit Euren Meinungen...

Das A und O ist also die KEIMARMUT des Wassers. Im natürlichen Habitat am Amazonas entsteht die Keimarmut des Wassers durch massig Huminstoffe und die Sonne, die im 90°-Winkel das Wasser besser wie jeder UV-Klärer "desinfiziert" (von daher schließen sich für mich UV-Klärer und Huminstoffe nicht grundsätzlich aus, aber das ist ein anderes Thema).

Ich stelle mal folgende These auf: Wenn wir nun durch AWAB (UV-Klärer, Glaskugelfilter, Nitratfilter, Kati und Ani, Mischbettfilter oder weiß der Geier was sonst noch) UND angepassten Besatz, angepasste Fütterung, Wasserwechsel etc. unser Wasser relativ keimarm bekommen, benötigt man kaum noch (keine?) Huminstoffe mehr ZUM ZWECK DER WASSERENTKEIMUNG. Die ist ja dann durch o. g. AWAB bereits gegeben.
Alle anderen positiven Eigenschaften der Huminstoffe bleiben dabei natürlich außen vor. Deshalb mein Gedankengang: Übers Futter verabreichen. Denn dem Diskus sollte es egal sein, ob er sein Immunsystem durch Huminstoffe von innen (übers Futter) oder von außen (über die Wassersäule) stärkt...

Was meint Ihr dazu?

Gruß Georg










Allerdings gehe ich noch einen Schritt weiter und möchte mal behaupten,
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Re: Erfahrungen Glasperlenfilter

Beitragvon Fred59 » 15.04.2018 16:55

Hallo Georg,

" Denn dem Diskus sollte es egal sein, ob er sein Immunsystem durch Huminstoffe von innen (übers Futter) oder von außen (über die Wassersäule) stärkt..."

Dem stimme ich voll zu, wenn man auf die anderen Faktoren nicht soooo viel Wert legt.
Ich mag z.B. das "goldene Wasser" und hab auch festgestellt, dass kleinere Verletzungen auf der Haut, die ja immer mal vorkommen, viel schneller heilen.
Hinzu kommt, dass mein relativ heller Bodengrund ohne Humin, sehr stark "stahlt". Ohne wären auch die Scheiben sehr schnell voller Algen, - müsste also auch meine Beleuchtung reduzieren.
Aber so hat auch der helle Sand, eine für mich angenehme goldene Farbe.

LG,
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