Diskusseuche Discus Center Hamburg (Norderstedt)

Hier diskutieren Diskusliebhaber über ihr Hobby

Moderator: Moderatorenteam

Re: Diskusseuche Discus Center Hamburg (Norderstedt)

Beitragvon WasseraufbereiterAC » 16.04.2018 19:21

Hallo Maik,

du hast vollkommen recht, das war auch ein Grund warum ich hier eingestiegen bin. Er soll froh sein wenn er hier ohne Klage davonkommt.

LG
Christian
WasseraufbereiterAC
Forenmitglied
Forenmitglied
 
Beiträge: 191
Alter: 50
Registriert: 12.12.2011 21:07
Wohnort: 83024 Rosenheim

Share On

Re: Diskusseuche Discus Center Hamburg (Norderstedt)

Beitragvon Manni » 16.04.2018 20:31

Hallo Freunde. Warum antwortet ihr diesem Simon? Er ist doch unbelehrbar. Christian kann mit seinem Verdacht recht haben. Simon hat weder Ahnung von biologischen Gesetzen, den Möglichkeiten und Grenzen des Immunsystems, von Diskushaltung und besonders nicht vom Kauf von Diskus aus einer Quelle. Die Diskusseuche ist wissenschaftlich nicht beschrieben noch nachgewiesen worden. Erreger der " Seuche" konnten nicht ermittelt werden. Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis. Der Begriff Diskusseuche ist dadurch eindeutig falsch. Wenn überhaupt, kann ich nur vom Versagen des Immunsystems sprechen. Oder von der BU, der bakteriellen Unverträglicheit. Und die ist menschengemacht. MfG Manfred
Manni
Forenmitglied
Forenmitglied
 
Beiträge: 587
Alter: 76
Registriert: 12.01.2014 23:11
Wohnort: 03051 Cottbus

Re: Diskusseuche Discus Center Hamburg (Norderstedt)

Beitragvon Kai_M » 16.04.2018 23:06

Hallo zusammen,

puh das ist ja harter Tobak mit Anschuldigungen....

Ich hatte auch mal den Fehler gemacht und habe zu meinem bestehenden Bestand einen neuen Diskus dazugesetzt. Das muss so 2005 oder 2006 gewesen sein. Die Fische waren alle vom selben Züchter. Definitiv keine Importtiere.
Folgende Symptome konnte ich nach einigen Tagen beobachten. Die Fische wurden alle grauschwarz. Die Schleimhaut löste sich ab und schwamm in glibberigen fetzen im ganzen Becken. Das Wasser glich eher einer schleimigen Brühe. Die Diskus sahen erbärmlich aus. Sie lagen zum Teil flach auf dem Boden.

Ich habe die Temperatur gelassen und nicht verändert. Eine ordentlichen Membranpumpe angeschlossen und das Wasser so belüftet. Metylenblau nach Dosierung aus einem Diskusbuch hinzu, da es die Sauerstoffaufnahme erleichtern soll.

Von Günther Wagenbrenner hatte ich Seemandelbaumblätter und eine Anleitung für einen Sud davon. Diesen Sud habe ich reingegeben.
Mit einem Fisch bin ich zum Tierarzt, der einen Hautabstrich genommen und in ein Labor geschickt hat.

Ergebnis: nein, keine Diskusseuche. Auf der Haut war eine große Menge Fäkalbakterien welche letztendlich für den Ausbruch verantwortlich war.
Tja und nun kam der Aha-Effekt. Wo kommen Fäkalbakterien her? Ich hatte mich schon gewundert wieso in den neu gekauften roten Mülas kleine weiße Federn waren. Wohl gemerkt als gezüchtete Premiumwaren gekauft.

Nun die Erkenntnis kam relativ einfach. Rote Mülas wurden zu der Zeit gerne in asiatischen Hühnerfarmen "gezüchtet". Wo sie in den Wasserbächen unter den Gittern der Hühnerställe in der Hühnerkacke wachsen.

Die waren wohl etwas schlecht gespült.

Meine Diskus haben damals alle überlebt.

Was will ich mit meinem Post hier sagen? Man darf nicht immer sofort die Schuld beim Züchter suchen sondern muss manchmal auch um die Ecke denken.
Günther hat mir mal erzählt wie er trotz Händedesinketion Parasiten auf Parafreie übertragen hat. Er hat vergessen den Ehering abzunehmen. Darunter war Wasser aus einem "verseuchten" Becken und das Desinfektionsmittel kam da nicht ran.
Also immer schön alle Möglichkeiten in Betracht ziehen, bevor man Behauptungen aufstell, die man später bereut.

LG Kai
Kai_M
Forenmitglied
Forenmitglied
 
Beiträge: 71
Alter: 48
Registriert: 18.08.2017 11:34
Wohnort: 77773 Schenkenzell

Re: Diskusseuche Discus Center Hamburg (Norderstedt)

Beitragvon Manni » 16.04.2018 23:55

Ein wunderbares Beispiel zum Thema Diskusseuche. Kai, genau richtig, immer den Ball flach halten und bei sich den Fehler zu suchen. Und nach dem unvermeidlichen Gang gut die Hände waschen und den Ehering absetzen. Überhaupt, das im Becken herum hantieren sollte man lassen. Nur, wenn unbedingt nötig. Ich mache das auch nicht immer. Muss mich am Riemen reißen. Gruss Manfred
Manni
Forenmitglied
Forenmitglied
 
Beiträge: 587
Alter: 76
Registriert: 12.01.2014 23:11
Wohnort: 03051 Cottbus

Re: Diskusseuche Discus Center Hamburg (Norderstedt)

Beitragvon WasseraufbereiterAC » 17.04.2018 05:55

Hallo,

ich habe es damals im Diskus Brief im Artikel über Kokzidien auch erwähnt. Mit 2 Tonnen Hühnermist werden bis zu 600kg Rote Mückenlarven gezüchtet. Leider auch die schwarzen oft stark bakteriell belastet. Selbst untersuchen lassen, Abstrich mit Antibiogram. Weiße bei mir bisher unbedenklich. Herz natürlich auch, muß jeder selbst entscheiden ob oder nicht. Flocken und lebend(selbstfangen!) für mich das beste Futter. Bei Muschelfleisch hatte ich auch schon mehrmals bakterielle Probleme vor allem bei der Aufzucht.

LG
Christian
WasseraufbereiterAC
Forenmitglied
Forenmitglied
 
Beiträge: 191
Alter: 50
Registriert: 12.12.2011 21:07
Wohnort: 83024 Rosenheim

Re: Diskusseuche Discus Center Hamburg (Norderstedt)

Beitragvon Andreas5 » 17.04.2018 09:44

Kai_M hat geschrieben:
Ich hatte auch mal den Fehler gemacht und habe zu meinem bestehenden Bestand einen neuen Diskus dazugesetzt.
Ich hatte mich schon gewundert wieso in den neu gekauften roten Mülas kleine weiße Federn waren.
LG Kai


Hallo Kai,

das mit den roten Mülas leuchtet mir ein, aber was hat das mit dem neu dazugesetzten Fisch zu tun? Die "alten" hätten sich doch mit dem Futter auch vergiftet, oder sehe ich da was falsch?

Aber dazu hätte ich gleich noch eine fachliche Frage. Ich habe mir in einen Kaffeemaßbecher kleine Löcher gebohrt um Frostfutter zu spülen. War keine besonders gute Idee, da entweder die Löcher zu groß sind oder sie sind so klein, dass das Wasser nicht rausläuft. Was ich suche, ist ein kleines, sehr kleines, Artemiasieb zum spülen. Meine sind alle zu groß, ich muss ja auch noch durch die Futterluke. Wenn jemand einen Tipp hat, wäre super.

Vielen Dank.

Viele Grüße
Andreas
Viele Grüße
Andreas
Andreas5
Neu Registriertes Mitglied
Neu Registriertes Mitglied
 
Beiträge: 1
Alter: 65
Registriert: 16.03.2018 18:44
Wohnort: 01097 Dresden

Re: Diskusseuche Discus Center Hamburg (Norderstedt)

Beitragvon Avalon » 17.04.2018 11:43

Hallo an Alle,

wir war das eigentlich am Anfang der Diskuszucht; noch bevor die "Seuche" entdeckt wurde. Gab es schon damals Beschwerden über das Zusätzen von fremden Beständen? Für diese Zeit sind mir keine signifikanten Quellen bekannt oder wurde es einfach hingenommen!? Kann ein Dikushalter mit langjähriger Erfahrung darüber Stellung beziehen?

[1] Wie war es in den 60' und 70' Jahren mit der bakteriellen Unverträglichkeit?

Ein Beispiel aus der lange menschlichen Vergangenheit!
Leukipp und Demokrit (Atomisten) sowie G.W. Leibniz haben bereits vor der Entdeckung der Atome darüber geschrieben, dass die Welt aus Monaden (bei Leibniz), kleinen Wesenseinheiten zusammengesetzt sein muss. Die aktive Erkenntnis kann auch a priori Belege dafür geben, dass etwas hinter der Fassade existieren kann, noch bevor es empirisch belegt wurde!

[2] Eine These, dass die Dikusfische von Natur aus einen genetische Veranlagung haben können, damit die verschiedenen Populationen sich nicht durchmischen, finde ich sehr interessant, doch müsste dies auch nachgewiesen werden.

[3] Ferner ein Verkäufer (egal welcher) der Fische aus dem Ausland importiert, muss nicht unbedingt wissen, dass er Krankheiten unter den Beständen hat, das weiß nur der Züchter (oder auch nicht!). Somit ist es eine lange Kette in der Marktwirtschaft. Es muss nur ein einziges schwarzes Schaf geben und das System des unvollständigen Wettbewerbs - wie es Marktökonomen bezeichnen - wir eingeleitet (das andere Wort für Monopol und Korruption: auf gut deutsch Betrug).

Beste Grüße
Simon
Benutzeravatar
Avalon
Forenmitglied
Forenmitglied
 
Beiträge: 62
Alter: 33
Bilder: 0
Registriert: 09.04.2018 13:05
Wohnort: Hannover

Re: Diskusseuche Discus Center Hamburg (Norderstedt)

Beitragvon Kai_M » 17.04.2018 12:53

Hallo Simon,

ich denke eine Diskussion über die Diskusseuche ist nicht zielführend für dich. Du hast Probleme mit deinen Diskus, was auch immer die Ursache ist, Schuld bist aber m.M.n. nur du selber. Aus meiner Sicht hast du einige Fehler gemacht die dann zu dem Desaster geführt haben.

1. erst informieren dann kaufen. Entweder man bewegt seinen Allerwertesten zu einem Diskushändler/Züchter und schaut sich ganz in Ruhe die Anlage und die Diskus an, schwätzt ein wenig und entscheidet dann vor Ort ob und wieviel Diskus man mitnimmt. Ein "guter" Diskushändler wird sich Zeit für dich nehmen und dich ausführlich beraten. Als ich vor Jahren noch bei Frank Tinnes Diskus geholt habe, bin ich da nie unter 2 Stunden raus.

2. wenn man keine Zeit oder Lust hat mal ein paar Kilometer zu fahren und dann doch Online Fische ordert, dann informiert man sich VORHER über diesen Züchter/Händler. Nicht bloß mal kurz googlen sonder mal im Netz stöbern. Dann auch mal Foren durchstöbern, Zeitschriften lesen ect. So bin ich auf Alex Piwowarski gekommen. ( nur mal so als Beispiel)

3. Wenn man schon von unterschiedlichen Händlern Fische holen muss, dann richtige Quarantäne machen. Das heißt, nichts was in dem einen Becker verwendet wird, wird für das andere auch benutzt Damit meine ich Kescher, Messbecher, Futterschüsseln und und und...... Hände desinfizieren, Ring ab ect.
Dazu gehört dann aber auch genau lesen was der Züchter so auf seiner Website von sich gibt. Da hättest du bei Stendker lesen müssen, dass er z.B. Beifische verkauft, die KEINE Bakterienunverträglichkeit zu seinen Diskus haben und prima dazu passen.
Was schlußfolgerst du aus diesem Satz? Denk mal darüber nach.

4. Futter, es gibt genügend Berichte und Foreneinträge die sich mit Problemen bei der Fütterung von Frostfutter (speziell Mülas) befassen. Also auch hier erst lesen und dann kaufen. Auch Lebendfutter ist kritisch. Wenn du hier mal vorab gegoogelt hättest, wärst du auf einen deutschen Artemiazüchter gestoßen, der erstklassige Waren verkauft.


VG Kai
Kai_M
Forenmitglied
Forenmitglied
 
Beiträge: 71
Alter: 48
Registriert: 18.08.2017 11:34
Wohnort: 77773 Schenkenzell

Re: Diskusseuche Discus Center Hamburg (Norderstedt)

Beitragvon Sylvia Hilgemann » 17.04.2018 14:10

Hallo Kai.
:thumbright: :thumbright:
Liebe Grüße Sylvia
Benutzeravatar
Sylvia Hilgemann
Forenmitglied
Forenmitglied
 
Beiträge: 697
Alter: 53
Bilder: 0
Registriert: 06.12.2010 15:27
Wohnort: 45701 Herten

Re: Diskusseuche Discus Center Hamburg (Norderstedt)

Beitragvon malu » 17.04.2018 21:59

Hallo,

ich denke die Seuche gibt es nicht. Es ist einfach die Bakterienunverträglichkeit, die halt vor 20 Jahren als Seuche deklariert wurde. Ich hatte damals in meiner Lehre den Diskus Brief gedruckt, habe alle Ausgaben mit Genuss gelesen und freudig auf die nächste Ausgabe gewartet. War ja immer einer der ersten der es lesen konnte. Und habe da vieles mitbekommen. Habe das ganze ja seit Jahren mit verfolgt.
Bei anderen Fischen, nicht Diskus, sondern Tropheus gibt es das gleiche. Da verenden auch Tiere nach Neubesatz. Entweder nur ein Teil, oder alle. Genauso wie Peter L. es geschrieben hat.

Ist es dann die Tropheus Seuche?

Ich denke es gibt das bei allen Fischen. Nur bei Guppys und Neons schert sich keiner drumm. Sind halt billige Tiere. Die Toten raus und gut ist. Neue rein.
Gibt es die Guppy Seuche, die Neon Seuche? Wie will man es nennen? Warum nur beim Diskus? Da fällt es halt auf weil teuer.

Es bleibt einfach die Bakterienunverträglichkeit.

Man hat es selbst in der Hand. Kai hat es ja gut geschrieben.

Ich habe mir bei Diskus einmal den Besatz zugelegt. Da kam nix neues dazu. Genauso halte ich das jetzt bei meinem neuen Tropheusbesatz.
Und damit fahre ich bestens.


mfg

Marcus
malu
Forenmitglied
Forenmitglied
 
Beiträge: 595
Alter: 42
Bilder: 3
Registriert: 07.12.2009 23:04
Wohnort: 86444 Affing

Re: Diskusseuche Discus Center Hamburg (Norderstedt)

Beitragvon Kai_M » 17.04.2018 22:17

Hallo.

Ich kann Marcus da nur zustimmen. Beim Guppy schert es keinen.

Zu meiner Anfangszeit als ich für ein Guppipaar noch EINE Stunde arbeiten musste, ja ich habe 3 Mark Stundenlohn gehabt, da gab es das mit der Seuche noch nicht. Da wurden Guppies aber auch nicht krank.

Kauft mal heute Guppies im Zoohandel. Wenn man Glück hat, überleben die die ersten 3 Wochen. Mittlerweile werden Guppies ja schon in Brackwasser gezüchtet, damit auch möglichst viel überleben und es gerade noch so zum Endkunden schaffen.

Ich hatte also vor ein paar Monaten die Guppyseuche. Von 11 Guppies sind 8 eingegangen. Egal was ich gemacht habe. Salz rein, SMBB rein, was antibakerielles rein....nix zu machen. Dann habe ich einen Post über Twinstar gelesen.....seit das Teil in meinem Guppybecken ist, stehen die wie ne Eins. Und noch 2 weitere Vorteile, Algen gehen Richtung Null und die Pflanzen wuchern.

Also war es hier auch etwas bakterielles. Nur meine Corynachzuchten lässt das völlig kalt. Die fressen wachsen und vermehren sich, egal was im Becken passiert.

LG Kai
Kai_M
Forenmitglied
Forenmitglied
 
Beiträge: 71
Alter: 48
Registriert: 18.08.2017 11:34
Wohnort: 77773 Schenkenzell

Re: Diskusseuche Discus Center Hamburg (Norderstedt)

Beitragvon Ioan C. » 21.04.2018 07:03

Hallo Kai und Markus,
vielleicht lest Ihr eure Posts nochmal durch, und sucht nach Fehlern.
Dann kann ich mir deren Erwähnung sparen.
Diese Fehler sollte man nach der ersten Schulklasse der Diskuspflege eigentlich nicht mehr machen.
Gruß, Ioan
Youtube
Benutzeravatar
Ioan C.
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 757
Alter: 64
Bilder: 61
Registriert: 24.03.2010 16:55
Wohnort: 25826 Sankt Peter-Ording

Re: Diskusseuche Discus Center Hamburg (Norderstedt)

Beitragvon Kai_M » 21.04.2018 12:54

Hallo Ioan,

Ich verstehe deinen Post nicht so recht.
Mir ist schon bewust was bei mir falsch lief.

Sonst hätte ich es nicht ändern können und es würde dann ja auch nicht so prima laufen bei mir.

Mir ist klar geworden, dass alles steht und fällt mit dem Wasser. Um es mal ganz simpel auszudrücken. Wenn ich sehr keimarmes Wasser auf Dauer im Becken habe und ich Krankheitserreger so gut es geht mit welcher Methode auch immer, minimiere, geht es den Fischen gut. Bei mir passiert das eben auf verschiedene Weise. Twin Star, Glasperlenfiter, Aqua Humin in dem einen Becken und für das Gesellschaftsbecken reicht der Twinstar aus.

Das war es auch schon. Mehr brauche ich nicht.
Doch, ich bräuchte mehr Zeit. Denn ich könnte mich nun endlich vor meine Becken setzen und mich daran erfreuen, dass es den Fischen so prächtig geht.

LG Kai
Kai_M
Forenmitglied
Forenmitglied
 
Beiträge: 71
Alter: 48
Registriert: 18.08.2017 11:34
Wohnort: 77773 Schenkenzell

Re: Diskusseuche Discus Center Hamburg (Norderstedt)

Beitragvon malu » 21.04.2018 17:55

Hallo Ioan,

Dann klär mich doch bitte Mal auf wo ich meine Fehler in der 1. Klasse gemacht habe und dort hängen geblieben bin. Und trifft das nur auf Diskushaltung zu, oder doch eher allgemein auf die ganze Aquaristik? Ich bin gespannt.

Mfg
Marcus
malu
Forenmitglied
Forenmitglied
 
Beiträge: 595
Alter: 42
Bilder: 3
Registriert: 07.12.2009 23:04
Wohnort: 86444 Affing

Re: Diskusseuche Discus Center Hamburg (Norderstedt)

Beitragvon Ioan C. » 21.04.2018 23:45

Hallo Markus.
malu hat geschrieben:Hallo,
ich denke die Seuche gibt es nicht.
Es ist einfach die Bakterienunverträglichkeit, die halt vor 20 Jahren als Seuche deklariert wurde.
EIne Seuche ist eine hochansteckende Infektionskrankheit.
An der Diskusseuche erkranken keine andere Fische, sie hat aber seit sie bekannt wurde ganze Diskusfarmen vernichtet.
Wie nennt man eine hochansteckende Infektionskrankheit an der nur Diskusfische erkranken? Etwa,... " Bakterienunverträglichkeit"?
Vielleicht. Einen Orkan nennen manche "Starker Wind".
Ich habe schon immer, länger als 40 Jahre, seit 1965, Fische aus verschiedenen Aquarien, von anderen Aquarianer, die ihre Fische jeden Sonntag auf dem Stadtmarkt, aus ihrer kleinen Zuchtereien dort hin zum Verkauf oder Tausch gebracht haben, oder von sonstigen mehr oder weniger bekanten Hobbyisten in Aquarien zusammen mit meinen Fischen getan, ohne was über "Bakterienunverträglichkeit" zu wissen, oder davon was gehört zu haben.
Keiner der Aquarianer hat sich damals beklagt das es ein Maasensterben bei ihn gab, nach einen kauf von einem anderen Aquarianer.
Wir haben damals Mensch zu Mensch gesprochen.
Geheimnisse hatten kurtze beine. Wenn jemand kranke Tiere verkauft hat, hat es am nächsten Sonntag nur der nicht erfahren der nicht in der Stadt war.
Wir hatten kaum Telefone. Handys auch nicht.
Es gab damals dort keine Diskus.
Die wenigsten haben überhaupt gewust dass es solche irgendwo gibt.
Als ich mit Diskus angefangen habe, habe ich welche aus Dänemark, aus der nächsten Stadt und aus Orten zu denen ich hunderte km gefahren bin in meine Aquarien gebracht, bis ich das erste mal Pech hatte.
Von den Leuten die das erste Mittel gegen die Diskusseuche im Verkauf brachten habe ich kurtz vor der Jahrtausendwende 4 Snakeskins gekauft.
Nichts ahnend, Neuling in der Materie, habe ich sie zu meinen Diskus getan, natürlich ohne jegliche Quarantene.
Sie hätte sowieso nichts geändert. Wenn ich sie 1 Jahr separat gehalten hätte, hätten sie meine nach dieser Zeit genau so infiziert wie am ersten tag an dem ich sie nachhause gebracht hatte.
Das ist heute noch so.
Quarantäne alleine schützt kein Fisch. Ob sie 1000 km auseinander, oder nur ein Raum weiter 1 jahr lang sind und kein Kontakt haben, sie infizieren sich erst wenn sie in Kontakt kommen.
Quarantene ist weitaus aufwendiger wenn man Tiere zusammen bringen möchte.
Eine Bakterienunverträglichkeit tritt wesentlich seltener bei anderen Fischen auf als beim Diskus.
Ich habe viele Jahre lang Skalare gepflegt, ohne jehmals bei ihnen etwas ähnliches zu beobachten. In den Frostfreien Monaten habe ich sie mit Tubifex gefuttert, die ich aus dem Abwasserkanal der Stadt geholt hatte.
Das Wasser war sehr trüb.
Was darin gelöst war sah man nicht, nur die Fäkalien.
Ein Klumpen "Tubi" hielt mehrere Tage, diese Skalare sind riesig geworden.
Sie haben sich auch mit allen Bakterienstämmen vertragen die man sich in einem solchen Kanal vorstellen kann.
Am zweiten Tag nachdem die Snakeskins bei meinen waren fing es an.
Nachlassende Fresslust, Scheue, Verdunkeln, Verstecken.
Am dritten Tag war es voll im Gang: alle Diskus so dunkel wie ich sie noch nicht zuvor sah, zusammengedrängt in Ecken, lichtscheu, deutliche netzartige Formen auf der Schleimhaut, schwer atmend, fast unbeweglich, schwer krank.
Nach all diesen Jahren ohne nennenswerte Vorkommnisse so plötzlich eine Bakterienunverträglichkeit deren Symptome auf eine Krankheit hinweisen welche in einer Woche riesige Diskusfarmen dahinrafft?
Haben sich in Europa so wenige Bakterienstämme entwickelt, dass alle Europaeische Fische dagegen immun waren?
Mal abgesehen von der "Frischwasser Allergie", die auch dann auftrat wenn man nichts neues ins Aquarium gebracht hat, und deren Ursache mir immer noch nicht bekannt ist, kann man doch einen Unterschied erkennen zwischen einer Bakterienunverträglichkeit, die nicht alle Fische gleichermassen schädigt, weil sie aus verschiedenen Gebieten stammen, und somit mehr oder weniger gegen dem neu erschienenen Bakterienstamm immun sein können, weil sie dort wo sie vorher waren schon mit diesen in kontakt waren,... und eine Kontamination mit einem Erreger der alle Diskus, mit ausnahme der neudazugekommenen, gleichermassen innerhalb 4-6 Tage tötet, wenn man versucht sie nur mit den in der Aquaristik üblichen Antibiotika zu behandeln.
Auf Diskus die man untersucht hat waren nicht nur die üblich bekannte Bakterien die Ursache der Erkrankung, sondern eine Vielfalt von Eregern die sich durch ihre Aktivität gegenseitig unterstützt haben, und die Erkrankung lavinenartig verlaufen lies.
Das war auch die Urasche für die Inefizienz der angewendeten Medikamenten, die nicht alle Ereger gleichzeitig stoppen konnten.
Eine Bakterienunverträglichkeit kann mit einem Antibiotikum geschwächt oder sogar geheilt werden; eine vielfalt von Eregern die sich gegenseitig favorisieren und sich somit beschleunigt vermehren und verbreiten kann nur mit Mitteln geheilt werden die mehrere Erregerarten gleichzeitig schwächen oder stoppen.
Um meine Diskus zu retten musste ich sofort und schnell handeln. Das bestellte Dianol währe zu spät angekommen, also habe ich irgendwie herausgefunden das es einen Kombination von Medikamenten gab: Neomycinsulfat, Nitrofurantoin und Salz, die zwar die Krankheit heilt, aber die Diskus ansteckend sein lässt.
Das hat mir genügt, ich konnte sie ja definitiv heilen wenn das Dianol ankommen würde.
Ich habe ein-zwei Diskus verloren. Alle gegenstände mit Hypermangan desinfiziert und eine menge an Arbeit getan die sich kaum jemand vorstellen kan, der Leidenschaft, Hartnäkigkeit und Zähneknirschende Ambition nicht erlebt hat.
Das sind aber Voraussetzungen die ein solches Hobby 45 Jahre am Leben halten. Keine Sekunde habe ich an Aufgeben gedacht.
malu hat geschrieben:Bei anderen Fischen, nicht Diskus, sondern Tropheus gibt es das gleiche.
Da verenden auch Tiere nach Neubesatz. Entweder nur ein Teil, oder alle.
Ist es dann die Tropheus Seuche?
Wenn sie Hochgradig ansteckend ist, ja.
malu hat geschrieben:Ich denke es gibt das bei allen Fischen.
In dem Maaß und Virulenz wie beim Diskus habe ich sie bei keinen anderen Fischen erlebt. Ohne richtige Behandlung lebt am 6-ten Tag nach der Infektion kaum ein Diskus mehr.
malu hat geschrieben:Nur bei Guppys und Neons schert sich keiner drumm.
Sind halt billige Tiere.
Nicht der Erreger bestimmt ob es sich um eine Seuche handelt, sondern die virulenz der Ansteckung.
malu hat geschrieben:Die Toten raus und gut ist. Neue rein.
Und nach deren Tot immer wieder so weiter? Die Toten raus und Neue rein? Wie lang?
Bis man auf die Idee kommt das die Krankheit hätte ansteckend sein können und das Aquarium und die Utensilien desinfiziert weden sollten?
malu hat geschrieben:Gibt es die Guppy Seuche, die Neon Seuche? Wie will man es nennen? .
Wie denn sonst, wenn sie Hochgradig ansteckend ist?
malu hat geschrieben:Warum nur beim Diskus? Da fällt es halt auf weil teuer.
Ob es eine Seuche ist hängt nicht vom betrofenen Orgasnismus ab, sondern von der Virulenz der Ansteckung und, eventuell weniger, von dem Verlauf der Erkrankung.
malu hat geschrieben:Ich habe mir bei Diskus einmal den Besatz zugelegt.
Da kam nix neues dazu. Genauso halte ich das jetzt bei meinem neuen Tropheusbesatz.
Und damit fahre ich bestens.
Züchter mögen diese Inzucht Methode nicht besonders.
Gruß, Ioan
Youtube
Benutzeravatar
Ioan C.
Moderator
Moderator
 
Beiträge: 757
Alter: 64
Bilder: 61
Registriert: 24.03.2010 16:55
Wohnort: 25826 Sankt Peter-Ording

VorherigeNächste

Zurück zu Diskussionsforum

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste